Ein trockenes Brötchen ist kein Frühstück!

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Was Generationen von (vor allem) Müttern ihren Kindern täglich erklären, hat jetzt das FG Münster bestätigt: Zu einem richtigen Frühstück gehören auch Wurst, Käse oder Marmelade. Und Kaffee sowieso.

Das konkrete Urteil liest sich natürlich etwas juristischer, denn natürlich ging es letztendlich ums Steuerrecht: Ein Arbeitgeber spendierte seinen Mitarbeitern und Kunden kostenlosen Kaffee, den sich jeder selbst aus einem Automaten ziehen konnte. Außerdem kaufte er jeden Tag Brötchen ein (das FG Münster weiß sogar die Sorten: Laugen-, Käse-, Schoko- und Roggenbrötchen etc.). Die standen dann ebenfalls kostenlos zum Verzehr zur Verfügung – allerdings ohne Belag.

Das Finanzamt fand mit sicherer Hand die perfekte Mischung aus Askese und Gier, und wollte für das spartanische Frühstück hier einen Sachbezug mit den amtlichen Sachbezugswerten für ein Frühstück besteuern.

Aber nicht mit den Richtern des FG Münster! Sie entschieden: Ein trockenes Brötchen und ein Heißgetränk sind kein Sachbezug in Form eines Frühstücks i. S. von § 8 Abs. 2 Satz 6 EStG i. V. m. § 2 Abs. 1 Sozialversicherungsverordnung. Zu den Mindeststandards eines Frühstücks gehört nach dem allgemeinen Sprachgebrauch nämlich neben Brötchen und Getränken auch ein entsprechender Brotaufstrich! Im Streitfall handelt es sich daher zwar schon um einen Sachbezug – allerdings nicht in Form eines Frühstücks, sondern in Form von Kost – was andere Freigrenzen nach sich zieht, die im hier entschiedenen Fall jedoch nicht überschritten wurden.

Da mit dem Thema Frühstück aber nicht zu spaßen ist, hat das Finanzgericht wegen grundsätzlicher Bedeutung der Sache die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen, welche dort auch bereits anhängig ist (FG Münster, Urteil vom 31.05.2017, Az. 11 K 4108/14; Az. der Revision beim BFH: VI R 36/17).

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