Direktversicherung: Stichtag 30. Juni - wer muss jetzt handeln?

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Haben Sie vor dem 1.1.2005 eine Direktversicherung abgeschlossen? Und sieht Ihr Vertrag eine spätere Rentenzahlung ggf. mit Kapitalwahlrecht vor? Dann können Sie wählen: Die Beiträge werden entweder wie bisher vom Arbeitgeber pauschal versteuert (§ 40 b Abs. 1 EStG). Oder aber die Beiträge sind steuerfrei nach § 3 Nr. 63 EStG (Eichel-Förderung). Ihre Wahl müssen Sie bis spätestens 30. 6. 2005 treffen.

Sieht Ihr Vertrag dagegen ausschließlich eine spätere Kapitalauszahlung (Kapital-Lebensversicherung) vor, müssen Sie nichts tun. Denn in diesem Fall ist weiterhin nur die Pauschalversteuerung möglich, weil die Voraussetzungen für die Eichel-Förderung nicht erfüllt sind. Es bleibt hier also alles beim Alten.

Pauschalversteuerung oder Steuerfreiheit nach § 3 Nr. 63 EStG - was ist günstiger?

Steuerfreiheit nach § 3 Nr. 63 EStG bedeutet: Der Arbeitgeber kann für Sie bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung steuerfrei in eine Direktversicherung einzahlen. Das sind im Jahr 2005 bis zu 2.496,- Euro jährlich (= 4 % von 62.400,- Euro). Nachteil: Die späteren Auszahlungen sind in voller Höhe steuerpflichtig - soweit Sie auf diesen steuerfreien Beiträgen beruhen.

Pauschalversteuerung bedeutet: Hier kann der Arbeitgeber zwar nur Beiträge bis zu 1.752,- Euro jährlich mit 20 % pauschal versteuern. Vorteil: Die spätere Auszahlung ist steuerbegünstigt. Renten sind nur mit dem Ertragsanteil steuerpflichtig. Beginnt die Rente zum Beispiel mit 60 Jahren sind davon nur 22 % steuerpflichtig. Eine spätere Kapitalauszahlung ist meist sogar vollkommen steuerfrei.

Die Pauschalversteuerung ist also vor allem dann günstiger, wenn Sie eine einmalige Kapitalauszahlung bevorzugen oder wenn Sie bei Rentenauszahlung im Alter weitere höhere steuerpflichtige Einkünfte haben.

Sie wollen die Pauschalversteuerung beibehalten - was müssen Sie tun?

Wollen Sie für Ihre Direktversicherung weiterhin die Pauschalversteuerung nutzen, müssen Sie bis spätestens 30.6.2005 auf die Steuerfreiheit nach § 3 Nr. 63 EStG für Ihren Vertrag verzichten. Dieser Verzicht gilt dann für die gesamte Dauer Ihres Arbeitsverhältnisses.

So verzichten Sie auf die Steuerfreiheit nach § 3 Nr. 63 EStG und wählen die Pauschalversteuerung:

  • Zahlt der Arbeitgeber die Beiträge für Ihre Direktversicherung und trägt er auch die Pauschalsteuer, geht das Finanzamt von einer Verzichtserklärung aus, wenn Sie der ersten Beitragszahlung im Jahr 2005 nicht ausdrücklich widersprechen. Sie müssen in diesem Fall also nicht extra eine Verzichtserklärung abgeben.
  • In allen anderen Fällen ist die Pauschalversteuerung weiterhin möglich, wenn Sie dem Angebot des Arbeitgebers, die Beiträge weiterhin pauschal zu versteuern, spätestens bis zum 30. 6. 2005 zustimmen. Das gilt zum Beispiel, wenn Sie die Beiträge durch Gehaltsumwandlung selbst tragen oder die Pauschalsteuer nicht vom Arbeitgeber sondern von Ihnen gezahlt wird (BMF-Schreiben vom 17. 11. 2004, BStBl. 2004 I S. 1065 Tz. 206).
    Hat Ihr Arbeitgeber Ihnen bis jetzt ein solches »Angebot« noch nicht unterbreitet, sollten Sie ihn daraufhin ansprechen oder bis spätestens 30. Juni eine Verzichtserklärung bei ihm abgeben.

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