Dienstfahrzeug: Nutzungsentgelt kippt die Ein-Prozent-Regel nicht!

 - 

Wer ein Firmenfahrzeug auch privat nutzen darf, der muss den geldwerten Vorteil daraus versteuern. Die Bewertung dieses Vorteils ist gemäß § 8 Abs.2 S.2 ff. EStG nur in Form der 1%-Regelung oder des Einzelnachweises mit Fahrtenbuch möglich. Daran ändert sich auch nichts, wenn der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber gesondert vereinbartes Nutzungsentgelt zahlt.

Im vorliegenden Fall hatte ein Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber für die Privatnutzung des Dienstwagens eine Kilometerpauschale von (damals noch) 0,80 DM je gefahrenem Kilometer gezahlt. Nach Ansicht des BFH sind allerdings die Methoden für die Ermittlung des geldwerten Vorteils zwingend und abschließend. Für weitere Alternativen ist kein Raum.

Das heißt: Der betroffene Arbeitnehmer muss die private Nutzung seines Dienstwagens mit einem pauschalen Nutzungswert in Höhe von einem Prozent des Fahrzeuglistenpreises je Kalendermonat versteuern. Allerdings: Die vom gezahlte und nach der tatsächlichen Nutzung oder pauschal ermittelte Vergütung ist von dem mittels der Ein-Prozent-Regelung ermittelten Wert abzuziehen. Insoweit liegt nämlich kein Arbeitslohn vor (BFH, Urteil vom 7.11.2006, Az. VI R 95/04).

Weitere News zum Thema

  • Steuerfreie Sachbezüge: BFH zur Abgrenzung zwischen Bar- und Sachlohn

    [] Der BFH beschäftigte sich mit der Abgrenzung zwischen Bar- und Sachlohn bei Gewährung von Krankenversicherungsschutz durch Arbeitgeber. Die Frage, ob Bar- oder Sachlohn vorliegt, ist für die Freigrenze des § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG erheblich: Danach sind Sachbezüge bis 44 Euro im Kalendermonat steuerfrei. mehr

  • Keine Lohnsteuerpauschalierung bei Gehaltsumwandlung

    [] Eine pauschale Lohnversteuerung von Zuschüssen des Arbeitgebers zu Fahrtkosten und Aufwendungen des Arbeitnehmers für die Internetnutzung ist nur zulässig, wenn diese Leistungen zusätzlich zum ursprünglich vereinbarten Bruttolohn erbracht werden. Dies hat das FG Düsseldorf entschieden. mehr

  • Firmenwagen: Privatnutzung darf trotz Nutzungsverbot angenommen werden

    [] Bei einem Gesellschafter ist die auf den Beweis des ersten Anscheins gestützte Annahme, er habe einen ihm zur Verfügung stehenden Dienst-Pkw privat genutzt, auch dann möglich, wenn formal ein Nutzungsverbot zwischen den Gesellschaftern vereinbart worden ist. Dies hat das FG Hamburg entschieden. mehr

  • Wenn das Finanzamt ehrliche Angaben von Arbeitnehmern ignoriert...

    [] Ein Finanzamt übernahm die elektronisch übermittelten Lohndaten eines Arbeitnehmers, der aber einen anderen Arbeitslohn in seiner Steuererklärung erklärt hatte. Wenn das dem Finanzamt später irgendwann auffällt, ist es zu spät: Ändern nicht mehr möglich, sagt der BFH. mehr

  • Wenn Kollegenstreit auf dem Weg zur Arbeit eskaliert

    [] Stellen Sie sich vor, Sie fahren mit einem Kollegen gemeinsam zur Arbeit. Dann gibt es Streit. Und es wird handgreiflich. Klar: Das wird Ihnen so hoffentlich wohl niemals passieren. Doch wenn sich so etwas ereignen sollte: Bei Verletzungsfolgen kann ggf. die Berufsgenossenschaft eintreten. Das entschied das Landessozialgericht Baden-Württemberg am 22.11.2017 (Az. L 1 U 1277/17). mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.