Betriebsveranstaltung: 110-Euro-Grenze muss eingehalten werden

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Die allgemeine Preissteigerung ist kein Argument für Anhebung der 110-Euro-Grenze bei Betriebsveranstaltungen, entschied das FG Hessen. Jetzt liegt die Frage beim BFH.

Betriebsveranstaltungen sind lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei, wenn

  • die Teilnahme allen Arbeitnehmern offen steht;
  • pro Jahr nur zwei Betriebsveranstaltungen stattfinden;
  • die einzelne Betriebsveranstaltung pro Arbeitnehmer höchstens 110 Euro brutto kostet.

Bei dem Betrag von 110 Euro handelt es sich nicht um einen Freibetrag, sondern um eine Freigrenze. Das bedeutet: Liegen die Kosten auch nur geringfügig darüber, so ist nicht nur der übersteigende Betrag lohnsteuerpflichtig, sondern die gesamten Aufwendungen.

Da die Grenze schon seit Jahren nicht mehr erhöht wurde (vor der Euro-Umstellung lag sie bei 200 DM), wird immer wieder bemängelt, dass der Betrag mit der Wirklichkeit nichts mehr zu habe.

Zuletzt war eine Partnergesellschaft von Rechtsanwälten dieser Meinung. Sie veranstaltete für ihre Mitarbeiter ein Sommerfest, bei dem die Kosten pro Person bei etwa 170 Euro lagen.

Zu viel, meinte das Finanzamt in Übereinstimmung mit den geltenden Lohnsteuer-Richtlinien. Nein, konterten die Anwälte und rechneten vor, dass die Grenze wegen der allgemeinen Preissteigerung und der Inflation um ungefähr 82% auf rund 200 Euro anzuheben sei.

Das FG Hessen zeigte zwar Verständnis für das Argument der Preissteigerung, bei der geforderten Höhe der Anhebung stiegen die Richter jedoch aus – das war ihnen dann doch zu viel.

Daher blieb es dabei: Die Veranstaltung war lohnsteuerpflichtig und sozialversicherungspflichtig (FG Hessen, Urteil vom 1.9.2010, Az. 10 K 381/08; Az. der Revision beim BFH: VI R 79/10).

Steuertipp
Stellt eine Betriebsveranstaltung – wie hier – Arbeitslohn dar, darf der Arbeitgeber diesen pauschal mit 25% versteuern (§ 40 Abs. 2 Nr. 2 EStG). Das ist oft günstiger als die Regellohnbesteuerung.

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