Besteuerung von Einnahmen für eine mehrjährige Tätigkeit

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Außerordentliche Einkünfte werden ermäßigt besteuert. Gehört dazu auch das Honorar eines Beraters, das dieser in einem Jahr für eine mehrjährige Tätigkeit erhält?

Ein Rechtsanwalt wurde von einer Erbengemeinschaft mit der Durchsetzung ihrer Interessen gegenüber einem anderen potenziellen Erben beauftragt. Es kam zu Gerichtsverfahren, die sich über Jahre hinzogen. Nach Abschluss der Rechtsstreitigkeiten erhielt der Anwalt auf einen Schlag ein Honorar in Höhe von 54.000 Euro.

Aufgrund des geballten Zuflusses in einem Jahr wies der Rechtsanwalt die Einnahmen in seiner Steuererklärung als außerordentliche Einkünfte aus. Dadurch wollte er die Besteuerung nach der sogenannten 1/5-Regelung erreichen, aus der sich ein beträchtlicher Steuervorteil ergeben hätte.

Das Finanzamt ordnete die Einnahmen allerdings den gewöhnlichen Einkünften zu. Begründung: Es ist üblich, dass ein Berater in einem Jahr das Honorar für eine mehrjährige Tätigkeit erhält. Die Voraussetzungen für außerordentliche Einkünfte sind daher nicht erfüllt.

Das Finanzgericht Hamburg schloss sich der Auffassung des Finanzamtes an und wies die Klage des Rechtsanwaltes ab (Urteil vom 28.9.2009, Az. 5 K 201/08, DStRE 2011 S. 18). Das Gericht stellte fest, dass Honorareinnahmen gewöhnlich nur in den folgenden Fällen als außerordentliche Einkünfte einzustufen seien:

  • Ein Steuerpflichtiger widmet sich mehrere Jahre ausschließlich einer bestimmten Sache und erhält die Vergütung dafür in einem Jahr.
  • Ein Steuerpflichtiger beschäftigt sich über mehrere Jahre mit einer Sondertätigkeit, die sich von seiner übrigen Arbeit ausreichend abgrenzen lässt und nicht zu seiner regelmäßigen betrieblichen Tätigkeit gehört, und erhält die Vergütung dafür in einem Jahr.

Keine der beiden Voraussetzungen waren im Streitfall erfüllt. Die Klage blieb daher erfolglos.

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