Auswärtstätigkeit: Nur ausgezahlte steuerfreie Reisespesen mindern Verpflegungspauschbeträge

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Bei beruflicher Auswärtstätigkeit können Sie - abhängig von der Abwesenheitsdauer - Verpflegungspauschbeträge als Werbungskosten geltend machen, soweit sie nicht mit steuerfreien Einnahmen in unmittelbarem Zusammenhang stehen. Zu diesen steuerfreien Einnahmen gehören auch steuerfreie Reisekostenvergütungen und Trennungsgelder.

Nehmen zum Beispiel Soldaten bei Auswärtstätigkeit an einer Gemeinschaftsverpflegung teil, wird häufig das Trennungs-/Tagegeld gekürzt. In diesen Fällen kürzen die Finanzämter die als Werbungskosten abziehbaren Verpflegungspauschbeträge nicht nur um das ausgezahlte (gekürzte) Trennungs-/Tagegeld, sondern auch um den aufgrund der Gemeinschaftsverpflegung einbehaltenen Anteil des Trennungs-/Tagesgeldes.

Zu unrecht! Denn aktuell hat der Bundesfinanzhof klargestellt: "Der Abzug der Werbungskosten ist nach § 3c EStG aber nur insoweit ausgeschlossen, als der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer steuerfreie Reisekostenvergütungen tatsächlich gewährt, d.h. ausgezahlt hat." Das einbehaltene Trennungsreisegeld ist keine steuerfreie Einnahme. Auch die gewährte Gemeinschaftsverpflegung steht dem Werbungskostenabzug nicht entgegen (BFH, Urteil vom 24.3.2011, Az. VI R 11/10).

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