Auf dem Auto für den Arbeitgeber werben ist steuerpflichtig

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Wenn Sie auf Ihrem Privatwagen einen Werbeaufkleber Ihres Arbeitgebers anbringen und dafür Geld erhalten, dann ist das für das Finanzamt steuerpflichtiger Arbeitslohn. Zu Recht, sagt das FG Münster.

Geklagt hatte im entschiedenen Fall ein Arbeitgeber. Er hatte jeweils für 255 Euro pro Jahr Werbeflächen an den privaten Autos seiner Mitarbeiter angemietet, die Mitarbeiter brachten dafür an ihren Autos Kennzeichenhalter mit der Firmenwerbung an. Lohnsteuer führte der Arbeitgeber dafür nicht ab, denn er war der Auffassung, dass die Anmietung der Werbeflächen im eigenbetrieblichen Interesse erfolgt und die gezahlte Miete daher kein Arbeitslohn sei.

Das sah das Finanzamt naturgemäß anders und bekam vom FG Münster Recht. Die Richter erklärten, bei Würdigung der Gesamtumstände sei das auslösende Moment für die Zahlungen die Stellung der Vertragspartner als Arbeitnehmer und damit im weitesten Sinne deren Arbeitstätigkeit gewesen. Die betriebsfunktionale Zielsetzung, Werbung zu betreiben, habe nicht eindeutig im Vordergrund gestanden.

Das hätte nur dann angenommen werden können, wenn durch eine konkrete Vertragsgestaltung die Förderung des Werbeeffekts sichergestellt worden wäre. Die Verträge hätten aber insbesondere keinerlei Vorgaben enthalten, um einen werbewirksamen Einsatz des jeweiligen Fahrzeugs sicherzustellen. Auch eine Regelung dazu, ob an dem Fahrzeug noch Werbung für andere Firmen angebracht werden durfte oder eine Exklusivität geschuldet war, sei nicht getroffen worden (FG Münster, Urteil vom 3.12.20191, Az. K 3320/18 L).

(MB)

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