Auf dem Auto für den Arbeitgeber werben ist steuerpflichtig

 - 

Wenn Sie auf Ihrem Privatwagen einen Werbeaufkleber Ihres Arbeitgebers anbringen und dafür Geld erhalten, dann ist das für das Finanzamt steuerpflichtiger Arbeitslohn. Zu Recht, sagt das FG Münster.

Geklagt hatte im entschiedenen Fall ein Arbeitgeber. Er hatte jeweils für 255 Euro pro Jahr Werbeflächen an den privaten Autos seiner Mitarbeiter angemietet, die Mitarbeiter brachten dafür an ihren Autos Kennzeichenhalter mit der Firmenwerbung an. Lohnsteuer führte der Arbeitgeber dafür nicht ab, denn er war der Auffassung, dass die Anmietung der Werbeflächen im eigenbetrieblichen Interesse erfolgt und die gezahlte Miete daher kein Arbeitslohn sei.

Das sah das Finanzamt naturgemäß anders und bekam vom FG Münster Recht. Die Richter erklärten, bei Würdigung der Gesamtumstände sei das auslösende Moment für die Zahlungen die Stellung der Vertragspartner als Arbeitnehmer und damit im weitesten Sinne deren Arbeitstätigkeit gewesen. Die betriebsfunktionale Zielsetzung, Werbung zu betreiben, habe nicht eindeutig im Vordergrund gestanden.

Das hätte nur dann angenommen werden können, wenn durch eine konkrete Vertragsgestaltung die Förderung des Werbeeffekts sichergestellt worden wäre. Die Verträge hätten aber insbesondere keinerlei Vorgaben enthalten, um einen werbewirksamen Einsatz des jeweiligen Fahrzeugs sicherzustellen. Auch eine Regelung dazu, ob an dem Fahrzeug noch Werbung für andere Firmen angebracht werden durfte oder eine Exklusivität geschuldet war, sei nicht getroffen worden (FG Münster, Urteil vom 3.12.20191, Az. K 3320/18 L).

(MB)

Weitere News zum Thema

  • Steuererklärung: Steuervorteile für Ehrenamtliche

    [] Wer sich ehrenamtlich engagiert, hat steuerliche Vorteile. Das gilt beispielsweise auch für Rettungssanitäter, Dozenten von Erste-Hilfe-Kursen und Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr. Hier erklären wir Ihnen, was Sie zu Ehrenamtspauschale und Übungsleiterfreibetrag wissen müssen. mehr

  • Plusstunden auf Arbeitszeitkonto bei Freistellung

    [] Gerade wenn es am Ende eines Beschäftigungsverhältnisses mehr oder weniger böses Blut gibt, stellen Arbeitgeber Gekündigte bzw. ausscheidende Arbeitnehmer häufig von der Arbeit frei. Doch was geschieht in diesem Fall mit einem Guthaben der Betroffenen auf ihrem Arbeitszeitkonto? mehr

  • Kurzfristige Beschäftigung: Sonderregel endet am 31.10.2020

    [] Kurzfristige Beschäftigungen, die nicht länger als drei Monate oder 70 Arbeitstage im Jahr dauern, sind sozialversicherungsfrei – sofern sie nicht berufsmäßig ausgeübt werden. Vom 1.3. bis zum 31.10.2020 gelten erweiterte Grenzen: auf eine Höchstdauer von fünf Monaten oder 115 Tagen. mehr

  • Kurzarbeit auch für Kleinstbetriebe

    [] Kurzarbeit gibt es nicht bloß bei VW oder Daimler. Auch für Kleinstbetriebe – etwa den Friseur um die Ecke, das kleine Café oder Fitnessstudio – kommt Kurzarbeit infrage. So lassen sich die wirtschaftlichen Folgen der Virus-Attacke mildern. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.