Arbeitgeberdarlehen: Zinssatz muss marktüblich sein

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Der Zinsvorteil bei einem Arbeitgeberdarlehen gilt als Arbeitslohn. Wie die Finanzämter diesen Betrag berechnen, geht aus einem neuen BMF-Schreiben des hervor.

Der zwischen Arbeitgeber und Angestelltem vereinbarte Zins wird mit dem marktüblichen Wert verglichen. Die Differenz muss Ihr Arbeitgeber als Lohn auf Ihrer Lohnsteuerkarte eintragen und dafür Lohnsteuer an das Finanzamt abführen (BMF-Schreiben vom 13.6.2007, Az. IV C 5 - S 2334/07/0009).

Doch wie wird der „marktübliche Zins“ ermittelt? Das kommt darauf an, ob Ihr Arbeitgeber im Kreditgeschäft tätig ist oder nicht.
  1. Arbeiten Sie zum Beispiel bei einer Bank, gilt der Zinssatz, den Ihr Arbeitgeber seinen Kunden für vergleichbare Darlehen berechnet.
  2. Ist Ihr Arbeitgeber nicht im Kreditgeschäft tätig, greifen die Finanzämter auf die Bundesbank-Statistik zurück. Auf seiner Internetseite veröffentlicht das Institut die aktuellen Effektivzinssätze in der Rubrik „EWU-Zinsstatistik“. 

In beiden Fällen dürfen Sie von dem Zinssatz einen Abschlag von 4 % vornehmen (Abschlag = Zinssatz x 4%).

Beispiel
Sie arbeiten als Handwerker und benötigen dringend einen neuen Pkw. Sie bitten Ihren Arbeitgeber um ein Darlehen und schließen mit ihm im April 2007 einen Kreditvertrag über 20.000 Euro zu einem effektiven Zinssatz von 2 % mit einer Laufzeit von drei Jahren ab.

Der Effektivzinssatz für einen Konsumentenkredit mit dieser Laufzeit beträgt im April 2007 laut Bundesbank 5,89 %. Als Abschlag dürfen Sie abziehen: 5,89 % x 4 % = 0,24 %. Als Vergleichszinssatz setzen Sie also 5,65 % an (5,89 % - 0,24 %).

Ihr Zinsvorteil beträgt 5,65 % - 2 % = 3,65 %. Auf den Monat umgerechnet sparen Sie gegenüber einem Bankkredit 60,83 Euro (20.000 Euro x 3,65 % / 12 Monate). Ihr Arbeitgeber muss diese 60,83 als Arbeitslohn erfassen und Lohnsteuer darauf an das Finanzamt zahlen.

Mit dieser neuen Berechnungsmethode reagiert das Bundesfinanzministerium auf ein Urteil des BFH. Die Richter hatten den bisherigen starren Vergleichszinssatz von 5 % gekippt, nachdem der marktübliche Zinssatz vorübergehend unter diese Grenze gesunken war (BFH-Urteil vom 4.5.2006, Az. VI R 28/05).

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