Arbeitgeberdarlehen: Was gehört dazu?

 - 

In einem aktuellen Schreiben beschäftigt sich das Bundesfinanzministerium mit der Abgrenzung von Arbeitgeberdarlehen von anderen Zuwendungen des Arbeitgebers.

Unter einem Arbeitgeberdarlehen, so das BMF, versteht man ausschließlich die Überlassung von Geld durch den Arbeitgeber oder durch einen Dritten an den Arbeitnehmer. Bei einem Darlehen durch einen Dritten muss der Grund für die Überlassung des Geldes im Dienstverhältnis liegen.

Keine Darlehen sind also

  • Reisekostenvorschuss,
  • Vorschuss auf Auslagenersatz und
  • als Arbeitslohn zufließende Lohnabschläge.

Ein Lohnvorschuss ist dann kein Darlehen, wenn es sich um eine Ausnahme handelt, die von der vereinbarten Art Lohnzahlung abweicht (BMF-Schreiben vom 1.10.2008, Az. IV C 5 - S-2334/07/0009).

Hintergrund:

Wenn Sie vor einer größeren Anschaffung bei einer Bank ein Darlehen aufgenommen haben, übernehmen einige Firmen die anfallenden Zinsen ganz oder zum Teil (Zinszuschuss). Ihr Arbeitgeber kann Ihnen auch selbst ein Darlehen gewähren, für das Sie weniger Zinsen zahlen müssen als bei einer Bank (Arbeitgeberdarlehen). Je nachdem, welchen Weg der Arbeitgeber wählt, ergeben sich für Sie unterschiedliche steuerliche Konsequenzen:

Der Zinszuschuss ist als geldwerter Vorteil immer und in voller Höhe steuerpflichtiger Arbeitslohn. Steuervergünstigungen gibt es hier nicht (BFH-Urteil vom 4.5.2006, Az. VI R 67/03, BFH/NV 2006 S. 1471).

Der Zinsvorteil aus einem Arbeitgeberdarlehen ist zwar als geldwerter Vorteil ebenfalls steuerpflichtiger Arbeitslohn. Im Gegensatz zu den Zinszuschüssen ist das Arbeitgeberdarlehen aber steuerlich begünstigt.

Für die Ermittlung des Zinsvorteils aus einem Arbeitgeberdarlehen gibt es zwei Möglichkeiten: die Vergleichszinssatz-Regelung oder die Personalrabatt-Regelung. Welche Regelung in Ihrem Fall angewendet wird, hängt davon ab, ob Ihr Arbeitgeber im "allgemeinen Geschäftsverkehr" auch an Kunden oder andere betriebsfremde Personen Darlehen vergibt oder nicht.

Ausführliche Informationen dazu erhalten Sie im "SteuerSparBerater".

Noch kein Kunde? Informieren Sie sich hier!

Weitere News zum Thema

  • Wenn das Finanzamt ehrliche Angaben von Arbeitnehmern ignoriert...

    [] Ein Finanzamt übernahm die elektronisch übermittelten Lohndaten eines Arbeitnehmers, der aber einen anderen Arbeitslohn in seiner Steuererklärung erklärt hatte. Wenn das dem Finanzamt später irgendwann auffällt, ist es zu spät: Ändern nicht mehr möglich, sagt der BFH. mehr

  • Wenn Kollegenstreit auf dem Weg zur Arbeit eskaliert

    [] Stellen Sie sich vor, Sie fahren mit einem Kollegen gemeinsam zur Arbeit. Dann gibt es Streit. Und es wird handgreiflich. Klar: Das wird Ihnen so hoffentlich wohl niemals passieren. Doch wenn sich so etwas ereignen sollte: Bei Verletzungsfolgen kann ggf. die Berufsgenossenschaft eintreten. Das entschied das Landessozialgericht Baden-Württemberg am 22.11.2017 (Az. L 1 U 1277/17). mehr

  • Besteuerung von Aufstockungsbeträgen zum Transferkurzarbeitergeld

    [] Erhält ein Arbeitnehmer von einer Transfergesellschaft, in der er nach Beendigung seines bisherigen Arbeitsverhältnisses übergangsweise beschäftigungslos angestellt ist, Aufstockungsbeträge zum Transferkurzarbeitergeld, unterliegen diese Beträge dem ermäßigten Steuertarif. mehr

  • Wenn der Arbeitgeber Zuschläge falsch einordnet

    [] Bekommen Sie Zuschläge für Sonntagsarbeit, Feiertagsarbeit oder Nachtarbeit? Dann sollten Sie wissen, dass deren Steuerfreiheit nicht von der entsprechenden Einordnung des Arbeitgebers abhängig ist! mehr

  • Fahrtenbuch: Ordnung muss sein!

    [] Dass ein Fahrtenbuch steuerlich nur dann anerkannt wird, wenn es fortlaufend und zeitnah geführt wird, ist scheinbar noch immer nicht jedem bekannt. Anders lässt sich der folgende Fall kaum erklären. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.