Arbeitgeber unterstellt falsche Lohnsteuerklasse: "Gibt es wohl öfter"

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Eine Steuerzahlerin hat nach ihrer Heirat Lohnsteuerklasse III. Ein paar Monate geht das gut, dann unterstellt der Arbeitgeber plötzlich Lohnsteuerklasse IV. Eine Geschichte aus dem Leben – bisher noch ohne (glückliches) Ende.

Nicht nur, dass nach drei Monaten ohne ersichtlichen Grund die Lohnsteuerklasse in der Gehaltsabrechnung geändert wurde – es wurde auch für die vergangenen Monate die vermeintlich zu wenig einbehaltene Lohnsteuer nachträglich abgezogen. Auf dem Girokonto der Steuerzahlerin kam also kaum noch etwas an...

Was tun in so einem Moment?

Erster Ansprechpartner ist der Arbeitgeber. Dieser erklärte hier, dass die Information Lohnsteuerklasse IV aus dem aktuellen ELSTAM-Abruf stamme.

Also weiter zum Finanzamt: Dort bekam die Steuerzahlerin die Information, dass Lohnsteuerklasse III hinterlegt sei. Die Arbeitnehmerin erhielt über diese Information eine schriftliche Bestätigung (Ausdruck der aktuell hinterlegten elektronischen Lohnsteuer-Abzugsmerkmale/ELSTAM), die sie dem Arbeitgeber vorlegte.

Der Arbeitgeber jedoch akzeptiert die Bestätigung nicht und meint, das Finanzamt habe der Arbeitnehmerin eine unzutreffende und unwahre Bescheinigung gegeben. Die Software für den ELSTAM-Abruf, die bei den Arbeitgebern liegt, sei hier auf keinen Fall fehlerhaft.

Ein von uns zu diesem Fall befragter Fachmann erklärte, der hier beschriebene Fehler komme wohl häufiger vor. Wenn Ihnen an Ihrer Gehaltsüberweisung etwas komisch vorkommt, prüfen Sie also unbedingt, ob die richtige Steuerklasse zugrunde gelegt wurde – insbesondere dann, wenn Sie diese in den letzten Monaten gewechselt haben!

(Der Name der betroffenen Arbeitnehmerin, ihres Arbeitgebers und das zuständige Finanzamt sind der Redaktion bekannt.)

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