Aktienoptionen nicht ausüben, aber Werbungskosten abziehen?

 - 

Wer von seinem Arbeitgeber verbilligte Aktien bekommt, der erhält steuerpflichtigen Arbeitslohn. Oft erhalten Sie in diesem Fall auch nur Aktienoptionen. Was aber passiert, wenn Sie die nicht ausüben und Ihnen dennoch Kosten entstehen?

Diese Optionskosten sind als vergebliche Werbungskosten abziehbar, wenn die Optionsrechte nicht ausgeübt werden. Das hat aktuell der BFH entschieden. Maßgeblicher Zeitpunkt für den Abzug ist das Jahr, in dem die Optionsrechte wegen Nichtausübung der Option verfallen.

Der Vorteil aus einem Aktienoptionsprogramm führt erst in dem Zeitpunkt zum Lohnzufluss, in dem die Ansprüche aus den Optionsrechten erfüllt werden. Dabei errechnet sich der Vorteil aus der Differenz zwischen dem üblichen Endpreis der Aktien am Verschaffungstag und den diesbezüglichen Aufwendungen des Arbeitnehmers, zu denen auch Optionskosten zählen.

Im entschiedenen Fall hatte der Kläger im Jahr 1997 von seinem Arbeitgeber Aktienoptionsscheine mit Bezugsrecht auf Inhaber-Stammaktien gegen Zahlung von 108.000 DM erworben. Da der Aktienkurs bei Ablauf der Optionszeit im Jahr 1999 unter dem vereinbarten Bezugspreis lag, machte er von seinem Bezugsrecht keinen Gebrauch. Damit ließ er die Optionsrechte verfallen. Das Finanzamt wollte ihm keinen Werbungsabzug gewähren. Der BFH dagegen schon. Er ermöglicht Ihnen mit diesem Urteil den Abzug von Optionskosten als Werbungskosten im Jahr des Verfalls der Option (BFH-Urteil vom 3. Mai 2007, Az, VI R 36/05).

Weitere News zum Thema

  • Bereitschaftsdienst: Steuerliche Behandlung von Zuzahlungen

    [] Werden Bereitschaftsdienste pauschal zusätzlich zum Grundlohn vergütet ohne Rücksicht darauf, ob die Tätigkeit an einem Samstag oder einem Sonntag erbracht wird, handelt es sich nicht um steuerfreie Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit. Das hat der BFH entschieden. mehr

  • BFH: Zuzahlungen zum Firmenwagen mindern geldwerten Vorteil

    [] Auf diese Entscheidung haben Firmenwagen-Nutzer lange gewartet: Der BFH erklärt, dass Nutzungsentgelte und andere Zuzahlungen für die außerdienstliche Nutzung eines Firmenwagens den geldwerten Vorteil mindern – und damit auch die Steuern. mehr

  • Sachbezüge: Versandkosten gehören zur Freigrenze

    [] Wenn ein Sachbezug über 44 Euro liegt, muss der Arbeitgeber darauf Lohnsteuer abführen. Was viele nicht wissen: Versand- und Verpackungskosten werden in die monatliche Freigrenze von 44 Euro mit eingerechnet! mehr

  • Sachbezugswerte für Verpflegung ab 2017

    [] Stellt der Arbeitgeber Ihnen kostenlos oder verbilligt Verpflegung zur Verfügung, sind das sogenannte Sachbezüge. Den Wert dieser Sachbezüge müssen Sie als geldwerten Vorteil versteuern. mehr

  • Kreative Ideen für begünstigten Arbeitslohn

    [] Als Arbeitgeber haben Sie viele Möglichkeiten, Ihren Mitarbeitern lohnsteuerfreien oder pauschal versteuerten Arbeitslohn zu zahlen: von Aufmerksamkeiten über Jobticket bis hin zu Warengutscheinen. Zu einigen Möglichkeiten gibt es interessante Neuigkeiten, über die wir Sie informieren möchten. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.