1 %-Methode oder Fahrtenbuch? Entscheidung gilt für das ganze Jahr!

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Bei der Ermittlung des Privatanteils eines (auch) privat genutzten Firmenwagens gilt: Bei demselben Fahrzeug dürfen Sie nicht während des Jahres von der 1 %-Methode zum Fahrtenbuch wechseln oder umgekehrt. Das bestätigte jetzt das FG Münster.

Der Kläger hatte von seinem Arbeitgeber ein Auto zur Verfügung gestellt bekommen, das er auch privat nutzen durfte. Ab dem 1. Mai des Streitjahres führte er für das Fahrzeug ein Fahrtenbuch, das auch den Anforderungen des Finanzamtes entsprach.

Das Finanzamt berechnete den Nutzungsvorteil jedoch für das ganze Jahr nach der 1 %-Methode. Das war für den Kläger ungünstig. Er argumentierte, dass durch die Geburt seines dritten Kindes die Privatnutzungsmöglichkeit des Fahrzeugs stark eingeschränkt worden sei und es deshalb zulässig sein müsse, die Ermittlungsmethode auch während des laufenden Jahres zu ändern.

Die Richter in Münster folgten der Meinung des Finanzamts und lehnten den unterjährigen Wechsel zwischen 1 %-Methode und Fahrtenbuch ab.

Fahrtenbuch muss mindestens ein Jahr geführt werden

Ein Fahrtenbuch, erklärten sie, sei nur dann ordnungsgemäß, wenn es für einen repräsentativen Zeitraum von mindestens einem Jahr geführt werde. Ein monatlicher Wechsel zwischen der Fahrtenbuch- und der Pauschalwertmethode widerspreche dem Vereinfachungs- und Typisierungsgedanken der gesetzlichen Regelung in § 8 Abs. 2 EStG.

Erhöhte Manipulationsgefahr

Eine monatlich wechselnde Fahrtenbuchführung berge eine erhöhte Manipulationsgefahr und sei für die Finanzverwaltung nur schwer überprüfbar. Die persönlichen Lebensumstände des Klägers seien daher nicht zu berücksichtigen (FG Münster vom 27.4.2012, 4 K 3589/09 ; Az. der Revision VI R 35/12).

Bei einem Fahrzeugwechsel dürfen Sie auch während des Jahres auf eine andere Methode umsteigen.

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