Prokon-Verluste steuerlich absetzbar?

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Nach der Pleite der Firma Prokon im Jahr 2014, die sich mit der Finanzierung von Windkraftanlagen übernommen hatte, haben die Besitzer der Prokon-Genussscheine ihr Kapital wohl weitestgehend verloren. Ob die Verluste wenigstens steuerlich absetzbar sind, ist eine noch ungeklärte Frage.

Die Finanzverwaltung erkennt Verluste aus Forderungsausfällen steuerlich nicht an (BMF-Schreiben vom 9.10.2012, BStBl. 2012 I S. 953 Rz. 60).

Jeder geprellte Anleger sollte dennoch seinen Verlust in Höhe der Differenz zwischen den Anschaffungskosten seiner Beteiligung und der evtl. Teilrückzahlung durch den Insolvenzverwalter in seiner Steuererklärung geltend machen, und zwar als Verlust aus aktienähnlichen Genussrechten gemäß § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EStG (Zeile 10 in der Anlage KAP 2014).

Lehnt das Finanzamt ab, sollte Einspruch gegen den Steuerbescheid unter Hinweis auf ein beim Bundesfinanzhof anhängiges Verfahren eingelegt werden. Dort geht es um die Frage, ob der Verlust aus einer entschädigungslosen, zwangsweisen Einziehung von Aktien im Rahmen eines Insolvenzverfahrens steuerlich zu berücksichtigen ist (Az. der Revision: VIII R 69/13). Die Vorinstanz hatte dies bejaht (FG Rheinland-Pfalz vom 23.10.2013, 2 K 2096/11 ).

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