Ehepaare: Behandlung von Stückzinsen bei gemeinsamem Freistellungsauftrag

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Dürfen Banken und Wertpapierhandelsunternehmen bei einem gemeinsamen Freistellungsauftrag die von einem Ehegatten gezahlten Stückzinsen bei Kapitalerträgen des anderen Ehegatten berücksichtigen?

Zu dieser Frage äußert sich die OFD Frankfurt am Main und klärt über die unterschiedliche Behandlung in verschiedenen Veranlagungszeiträumen (VZ) auf (Verfügung der OFD Frankfurt vom 26.6.2012 , Az. S 2406 A 2 St 54).

Veranlagungszeiträume bis einschließlich VZ 2008

Gezahlte Stückzinsen des einen Ehegatten dürfen bei Kapitalerträgen des anderen Ehegatten nur dann berücksichtigt werden, wenn das Ehepaar ein Gemeinschaftskonto führt – also ein Konto, das auf beide Namen lautet. Bei Einzelkonten wird kein gemeinsamer Stückzinstopf zugelassen.

Verlusttöpfe ab dem VZ 2009

Ab dem Veranlagungszeitraum 2009 werden gezahlte Stückzinsen in den allgemeinen Verlusttopf eingestellt.

Bei Ehegatten sind bis zu drei allgemeine Verlusttöpfe vorzuhalten:

  • ein Topf für Konten und Depots des Ehemannes,

  • ein Topf für Konten und Depots der Ehefrau,

  • ein Topf für Gemeinschaftskonten und -depots.

Der gemeinsame Freistellungsauftrag gilt zwar für alle Konten und Depots, eine übergreifende Verlustverrechnung ist aber im VZ 2009 noch nicht möglich.

Das Kredit- oder Finanzdienstleistungsinstitut trägt am Jahresende bestehende Verlustüberhänge – getrennt nach den drei Töpfen – auf das nächste Jahr vor.

Um für das abgelaufene Kalenderjahr eine übergreifende Verlustverrechnung zu erreichen, müssen die Ehegatten bis zum 15. Dezember des laufenden Jahres bei dem Kreditinstitut einen Antrag auf Ausstellung der Verlustbescheinigung stellen und die Zusammenveranlagung einschließlich der jeweiligen Kapitalerträge wählen.

Ab VZ 2010

Mit Wirkung ab dem Jahr 2010 müssen die Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute im Rahmen des Steuerabzugsverfahrens eine übergreifende Verlustverrechnung über alle beim Kredit- oder Finanzdienstleistungsinstitut geführten Konten und Depots der Ehegatten (Einzelkonten und -depots; Gemeinschaftskonten und -depots) vornehmen, wenn die Ehegatten einen gemeinsamen Freistellungsauftrag erteilt haben.

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