Deutsches Geld in der Schweiz: Kommt jetzt ein Steuerabkommen?

 - 

Seit Monaten wird über ein Steuerabkommen mit der Schweiz diskutiert. Jetzt hat das Kabinett einen Gesetzentwurf zur Umsetzung beschlossen.

Deutschland und die Schweiz einigten sich letztendlich auf die folgenden Eckpunkte:

  • Kapitalanlagen deutscher Steuerpflichtiger in der Schweiz werden künftig genauso besteuert wie Kapitalanlagen in Deutschland.

  • In Zukunft anfallende Erbschaften werden erfasst. Im Erbschaftsfall müssen die Erben entweder der Erhebung einer Steuer von 50 % oder der Offenlegung zustimmen.

  • Die Besteuerung wird durch einen steuerlichen Informationsaustausch abgesichert, der über den international üblichen OECD-Standard hinausgeht. So soll vermieden werden, dass neues Schwarzgeld in der Schweiz aufgebaut wird.

  • Für die Vergangenheit wird es die Möglichkeit einer pauschalen Nachversteuerung auf das Kapital in der Schweiz geben. Alternativ können die Betroffenen Selbstanzeige erstatten. Ansonsten werden die Fälle weiter verfolgt.

  • Verlagern deutsche Steuerbürger Vermögen aus der Schweiz in Drittstaaten, erhält Deutschland ab In-Kraft-Treten des Abkommens von der Schweiz Hinweise zu den Geldströmen. Anhand dieser Ansatzpunkte wird dann entschieden, wie die Betroffenen straf- und steuerrechtlich zur Verantwortung gezogen werden können.

Hintergrund: Die Schweiz ist bei deutschen Kapitalanlegern seit je her beliebt. Meist wird jedoch das in der Schweiz angelegte Kapital gegenüber dem deutschen Fiskus verschwiegen (Stichwort Schwarzgeld), was dazu führt, dass Deutschland jedes Jahr große Summen an Steuereinnahmen entgehen.

Die CD-Käufe der vergangenen Jahre mit allen damit verbundenen Fragen und Begleitumständen sind aber, so das Bundesfinanzministerium, keine auf Dauer tragfähige Lösung. Eine gleichmäßige Besteuerung ist nicht mit Zufallsfunden zu erreichen. Hier soll das Abkommen bessere und weitergehende Kontrollmöglichkeiten zur Verfügung stellen.

Weitere News zum Thema

  • Steuerliche Anerkennung von Verlusten aus Knock-Out-Zertifikaten

    [] Der BFH widerspricht der Finanzverwaltung und sagt: Hat ein Steuerpflichtiger in Knock-Out-Zertifikate investiert, die durch Erreichen der Knock-Out-Schwelle verfallen, kann er den daraus resultierenden Verlust nach der seit 1.1.2009 unverändert geltenden Rechtslage im Rahmen seiner Einkünfte aus Kapitalvermögen abziehen. mehr

  • Neue Beratungsnorm verbessert Finanzanalyse

    [] Ende November 2018 war es so weit, eine neue Beratungsnorm wurde ins Leben gerufen: DIN 77230 – Basis-Finanzanalyse für Privathaushalte. Diese wurde Anfang Februar 2019 der Öffentlichkeit vorgestellt. mehr

  • Bei WLAN gibt es keine Störerhaftung mehr

    [] Ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 26.7.2018 ist für alle wichtig, die einen WLAN-Anschluss haben, der auch für Dritte zugänglich ist. Das Urteil ist auch für Familien von Bedeutung, deren Kinder Freunden Zugang über WLAN verschaffen und Vermieter, die ihren (Zeit-)Mietern die Zugangsdaten zu ihrem eigenen WLAN geben. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.