Abgeltungsteuer: Schuldzinsen als Werbungskosten?

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Seit 2009 gibt es die Abgeltungsteuer. Im Zusammenhang mit dem Systemwechsel gibt es immer noch Fragen zu klären – zum Beispiel: Dürfen 2008 angefallene Schuldzinsen als Werbungskosten abgezogen werden, wenn die damit zusammenhängenden Kapitaleinkünfte 2009 der Abgeltungsteuer unterliegen?

Der BFH sagt: ja. Im Veranlagungszeitraum 2008 – also vor dem Systemwechsel zur Abgeltungsteuer – angefallene Schuldzinsen dürfen bei der Ermittlung der Einkünfte aus Kapitalvermögen abgezogen werden, auch wenn die damit zusammenhängenden Kapitalerträge erst in späteren Jahren anfallen und dann der Abgeltungsteuer unterliegen. Das Werbungskostenabzugsverbot des § 20 Abs. 9 EStG sei erstmalig ab dem Veranlagungszeitraum 2009 anzuwenden.

Im entschiedenen Fall hatte der Kläger eine teilweise fremdfinanzierte Festgeldanlage getätigt. Die Besonderheit des Falles lag darin, dass ihm die Zinserträge erst 2009 zuflossen, während die Darlehenszinsen bereits 2008, d.h. vor Einführung der Abgeltungsteuer, belastet wurden. Während das Finanzamt unter Hinweis auf § 20 Abs. 9 EStG den Werbungskostenabzug ablehnte, gab das Finanzgericht der Klage statt.

Der BFH hat das Urteil der Vorinstanz bestätigt. Nach seiner Auffassung wollte der Gesetzgeber mit der Abgeltungsteuer die Besteuerung der Kapitaleinkünfte nicht schon zum 1.1.2008, sondern erst zum 1.1.2009 umsetzen. Das hat zur Folge, dass das Werbungskostenabzugsverbot des § 20 Abs. 9 EStG auf Kapitalerträge grundsätzlich nur im Kalenderjahr ihres Zuflusses anzuwenden ist, d.h. ab 2009. Anhaltspunkte dafür, dass § 20 Abs. 9 EStG erstmalig – und veranlagungszeitraumübergreifend – bereits auf Werbungskosten anzuwenden ist, die mit nach dem 31.12.2008 zufließenden Kapitalerträgen zusammenhängen, aber schon vorher angefallen sind, sieht der BFH nicht.

(BFH, Pressemitteilung vom 21.1.2015 zu Urteil vom 27.8.2014, Az. VIII R 60/13)

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