Verlust aus dem Verfall von Optionen steuerlich abziehbar

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Der BFH widerspricht der Auffassung des Bundesfinanzministeriums und erklärt, dass Verluste aus dem Verfall von Optionen die Einkünfte aus Kapitalvermögen mindern.

In den Streitfällen hatten Privatanleger jeweils Aktien- und Indexoptionen erworben. Deren Kurse entwickelten sich nicht wie erwartet, letztendlich mussten die Optionen nach dem Ende der Laufzeit als wertlos aus den Wertpapierdepots der Anleger ausgebucht werden. Die Anleger machten den Wertverlust als Werbungskosten bei ihren Einkünften aus Kapitalvermögen geltend.

Der BFH erkannte die Verluste an und begründete dies mit dem Wortlaut, der systematischen Stellung und dem Sinn und Zweck des § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 Buchst. a EStG. Es sei dabei unerheblich, ob der Anleger aufgrund der Option auch den zugrundeliegenden Basiswert erwerbe oder ob er einen sich aus dem Optionsgeschäft ergebenen Unterschiedsbetrag in bar ausgleiche, erklärten die Richter: Der BFH betrachte die Anschaffung der Option und den Ausgang des Optionsgeschäfts als Einheit.

Im Ergebnis bedeutet dies, dass die Anleger den Wertverlust mit anderen Einkünften aus Kapitalvermögen (z.B. Einnahmen aus Zinsen oder Dividenden) verrechnen und steuerlich nutzen dürfen (BFH-Urteil vom 12.1.2016, IX R 48/14, IX R 49/14 und IX R 50/14 ).

Mit diesen Entscheidungen wendet sich der BFH ausdrücklich gegen die Auffassung des Bundesfinanzministeriums (BMF-Schreiben vom 9.10.2012, BStBl. 2012 I 953, Rz. 27 und vom 27.3.2013, BStBl. 2013 I 403)

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