FATCA: Finanzkonten mit US-Bezug werden an die IRS gemeldet

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Ab 2014 müssen deutsche Finanzinstitute Finanzkonten mit US-Bezug an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) melden, das dann seinerseits die US-amerikanische Steuerbehörde IRS informiert. Darauf weist das BZSt hin.

Die Erhebung der erforderlichen Daten durch die Finanzinstitute und deren Übermittlungsform werden in der FATCA-USA-UmsV (FATCA-USA-Umsetzungsverordnung) geregelt:

  • Meldende deutsche Finanzinstitute sind verpflichtet, sich bei der Bundessteuerbehörde der Vereinigten Staaten von Amerika (Internal Revenue Service, IRS) zu registrieren und die zu erhebenden Daten zu US-amerikanischen meldepflichtigen Konten an das Bundeszentralamt für Steuern zu melden.

  • Das BZSt leitet die Meldungen an den IRS weiter.

  • Die vom IRS erhaltenen Daten leitet das BZSt an die inländischen Landesfinanzverwaltungen weiter.

Welche Daten werden an die USA übermittelt?

Die meldenden deutschen Finanzinstitute müssen mit Beginn des Kalenderjahres 2014 in Bezug auf US-amerikanische meldepflichtige Konten folgende Daten erheben und bis zum 31. Juli des jeweiligen folgenden Kalenderjahres an das BZSt übermitteln:

  • Name, Anschrift und US-amerikanische Steueridentifikationsnummer (für die Jahre 2014 bis 2016 kann bei natürlichen Personen das Geburtsdatum anstelle der US-amerikanischen Steueridentifikationsnummer angegeben werden, falls diese nicht in den Unterlagen der Finanzinstitute enthalten ist);

  • Kontonummer;

  • Name und Identifikationsnummer des meldenden deutschen Finanzinstituts;

  • Kontostand oder -wert zum Ende des betreffenden Kalenderjahres, oder – bei Auflösung eines Kontos im Laufe des Kalenderjahres – zum Zeitpunkt der Kontoauflösung.

Ab dem Kalenderjahr 2015 sind zusätzlich folgende Daten zu übermitteln:

  • Bei Verwahrkonten jeweils der Gesamtbruttoertrag der Zinsen, der Dividenden und anderer Einkünfte, die mittels der Vermögenswerte dieses Kontos erzielt und diesem gutgeschrieben wurden.

Ab dem Kalenderjahr 2016 sind zusätzlich folgende Daten zu übermitteln:

  • Bei Verwahrkonten die Gesamtbruttoerlöse aus der Veräußerung oder dem Rückkauf von Vermögensgegenständen, die auf das Konto eingezahlt oder diesem gutsgeschrieben wurden und für die das Finanzinstitut als Verwahrstelle, Makler, Bevollmächtigter oder anderweitig als Vertreter für den Kontoinhaber tätig war.

  • Bei Einlagekonten der Gesamtbruttoertrag der Zinsen, die auf das Konto eingezahlt oder diesem gutgeschrieben wurden.

  • Bei allen anderen Konten der Gesamtbruttobetrag, der in Bezug auf das Konto an den Kontoinhaber gezahlt oder diesem gutgeschrieben wurde und für den das meldende deutsche Finanzinstitut Schuldner ist. Die Gesamthöhe aller im Meldezeitraum geleisteten Einlösungsbeträge ist einzuschließen.

Die von den Finanzinstituten an das BZSt gemeldeten und übermittelten Daten werden vom BZSt bis zum 30. September des Kalenderjahres, das auf das Kalenderjahr folgt, auf das sich die Daten beziehen, an den IRS weitergeleitet.

Im Gegenzug erhält das BZSt von den amerikanischen Behörden Daten zu deutschen meldepflichtigen Konten im Sinne des Abkommens, welche an die zuständigen Landesfinanzbehörden zur Durchführung des Besteuerungsverfahrens weitergeleitet werden.

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