Wann müssen Rentner tatsächlich Steuern zahlen?

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Vor allem für Neurentner steigt der steuerpflichtige Anteil der Rente und dadurch erhöht sich auch das zu versteuernde Einkommen. Deshalb müssen in den kommenden Jahren immer mehr Rentner Steuern an das Finanzamt zahlen.

Ob ein Rentner tatsächlich Steuern zahlen muss, hängt davon ab,

  • wie viel Rente er bekommt,

  • wie hoch der steuerpflichtige Anteil der Rente(n) ist,

  • ob er verheiratet ist,

  • wie hoch die weiteren steuerpflichtigen Einkünfte sind und

  • wie hoch die steuerlich abzugsfähigen Ausgaben (Versicherungsbeiträge, Krankheitskosten etc.) sind.

Einkommensteuer müssen natürlich auch Rentner nur dann zahlen, wenn sie mit ihrem zu versteuernden Einkommen über dem Grundfreibetrag liegen. Dieser beträgt für 2016 8.652 Euro für Ledige bzw. 17.304 Euro für Verheiratete.

Die Rentenbezugsmitteilung ist ein Kontrollverfahren und beinhaltet keine automatische Steuerpflicht für Rentner. Umgekehrt entbindet sie aber auch nicht von der Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung: Ob Steuern gezahlt werden müssen bzw. eine Steuererklärung abgeben werden muss, entscheidet allein die Höhe der steuerpflichtigen Einkünfte.

Rente und Werbungskosten

Rentenbezieher machen ihre Werbungskosten nach dem gleichen Prinzip wie bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit geltend: Sie können ihre Werbungskosten nachweisen, erhalten aber auf jeden Fall einen Pauschbetrag (102 Euro pro Jahr).

Kosten im Zusammenhang mit Renten sind zwar eher die Ausnahme, trotzdem kann es lohnenswert sein, die Werbungskosten einzeln nachzuweisen. Denn der Werbungskosten-Pauschbetrag von nur 102 Euro ist schnell überschritten.

Was aber sind das für Kosten, die Sie bei den Renteneinkünften steuermindernd geltend machen können?

Unter Werbungskosten versteht man alle Aufwendungen zum Erwerb, zur Sicherung und Erhaltung Ihrer Renteneinnahmen. Dazu zählen im Wesentlichen:

  • Gewerkschaftsbeiträge, die Rentner entrichten;

  • Steuerberatungskosten;

  • Schuldzinsen für einen Kredit, der aufgenommen wurde, um freiwillige Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung nachzuentrichten;

  • Kosten im Zusammenhang mit der Beantragung einer Rente sowie in diesem Zusammenhang evtl. entstandene Rechtsberatungs- und Prozesskosten; etwa wenn vor Gericht mit der Versicherungsgesellschaft um die Gewährung einer Berufsunfähigkeitsrente gestritten wird. Das gilt auch, wenn der Rechtsstreit erfolglos blieb und es somit letztlich nicht zur Auszahlung der Berufsunfähigkeitsrente kommt;

  • Kosten für einen Renten- bzw. Versicherungsberater, die im Zusammenhang mit Ansprüchen aus der gesetzlichen Rentenversicherung oder aus privaten Rentenversicherungen stehen;

  • pauschale Kontoführungsgebühr von 16 Euro im Jahr.

Wichtig: Auch wenn die Rente nur mit dem Besteuerungs- bzw. Ertragsanteil versteuert wird, können die Werbungskosten in voller Höhe abgesetzt werden.

Werden zusätzlich zur Rente weitere Einkünfte erzielt (zum Beispiel Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, einer Betriebsrente oder einer Nebenbeschäftigung), hängt sehr viel davon ab, wie hoch diese Einkünfte sind und wie hoch der steuerpflichtige Anteil der Rente(n) ist.

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