Steueramnestie für Rentner gefordert

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Vielen Rentnern drohen in diesem Jahr Steuernachforderungen - möglicherweise sogar für mehrere zurückliegende Jahre. Da die Abgabe einer Steuererklärung meist aus Unwissenheit versäumt wird, fordert der Sozialverband VdK eine großzügige Handhabung der Steuerpflicht von Rentnern.

Mit Blick auf drohende Steuernachforderungen an Rentner fordert die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Ulrike Mascher, eine bessere Information für Senioren. Bevor Steuerbescheide verschickt würden, sei Aufklärung gefragt.

Für Rentner kann es insbesondere dann zu Steuernachforderungen kommen, wenn zur gesetzlichen Rente weitere Einkünfte aus Betriebsrenten, Kapitalanlagen oder Vermietung hinzukommen.

Die VdK-Chefin plädiert deshalb dafür, dass der Staat bei Steuernachforderungen auf Beträge bis zu 500 Euro verzichtet. Mascher: "Die 80-jährige Rentnerin, die aus Unwissenheit ihre Steuerpflichten vernachlässigt hat, sollte der Fiskus verschonen".

Steuergewerkschaft für Kulanzregelung bei Rentenversteuerung

In ein ähnliches Horn bläst die Deutsche Steuergewerkschaft (DStG). Sie fordert eine Kulanzregelung bei der Steuerpflicht von Renten. "Wir betreiben sonst einen Riesenaufwand für Kleingeld", warnte der nordrhein-westfälische DStG-Landeschef Manfred Lehmann der Essener "Neuen Ruhr / Neuen Rhein-Zeitung" (Mittwochausgabe). Wenn die Steuerschuld eines Rentners 500 Euro im Jahr nicht überschreite, solle der Staat auf sein Geld verzichten.

Bei der Besteuerung kleiner Renten stünden Aufwand und Ertrag in keinem vertretbaren Verhältnis, sagte Lehmann. Die Kulanzregelung bedeute in der Praxis, dass Finanzbeamte die Unterlagen von Rentnern mit Bezügen von weniger als 1.800 Euro monatlich gar nicht erst prüfen müssten.

Hintergrund für die Forderung ist, dass es im Herbst offenbar ernst wird mit der Kontrolle der Steuerpflicht von Renten. Zum 1.10.2009 wird die Deutsche Rentenversicherung die sogenannten Rentenbezugsmitteilungen an die Finanzbehörden verschicken. Aus ihnen geht hervor, welche Ruhegelder ein Rentner bezogen hat. Für Nordrhein-Westfalen rechnet die Steuergewerkschaft
damit, dass die Finanzämter jedes Jahr sechs Millionen Rentenbezugsmitteilungen prüfen müssen.

Tipp
Dass die Forderungen des Sozialverbands VdK und der Steuergewerkschaft von Bundesarbeitsminister Olaf Scholz bzw. von Finanzminister Peer Steinbrück (beide SPD) umgesetzt werden, ist eher unwahrscheinlich. Fest steht dagegen der Abgabetermin für die Einkommensteuererklärung. Das ist regelmäßig der 31. Mai. In diesem Jahr verlängert sich diese Frist wegen Pfingsten bis zum 2. Juni. Wer es auch bis dahin nicht schafft, alle Formulare auszufüllen, kann unter Angabe von trifftigen Gründen eine Fristverlängerung beantragen. Die Finanzämter handhaben die Fristverlängerung allerdings äußerst restriktiv.

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