Schadensersatzrenten meist steuerfrei

 - 

Schadensersatzrenten nach § 844 Abs. 2 BGB werden zu Unrecht in voller Höhe als wiederkehrende Bezüge versteuert. Der Bundesfinanzhof korrigiert hier die Finanzämter.

Wird ein Mensch getötet, erhalten die Angehörigen für den Verlust von Unterhaltsansprüchen eine Schadensersatzrente (§ 844 Abs. 2 BGB). Diese wird in der Regel von einer privaten Versicherung gezahlt.

Der Bundesfinanzhof hat aktuell entschieden, dass diese Schadensersatzrente steuerfrei ist. Und zwar in voller Höhe steuerfrei, denn sie enthält auch keinen steuerpflichtigen Zinsanteil (BFH-Urteil vom 26. 11. 2008, Az. X R 31/07).

Steuerfrei sind folgende Schadensersatzrenten:

  • die sogenannte Mehrbedarfsrente nach § 844 Abs. 1, 2. Alternative BGB,
  • die Schmerzensgeldrente und wie aktuell vom Bundesfinanzhof entschieden
  • die Unterhaltsrente nach § 844 Abs. 2 BGB.

Schadensersatzrenten sind nur dann steuerpflichtig, wenn sie als Ersatz für entgangene Einnahmen aus einer Berufstätigkeit gezahlt werden. Diese Renten werden steuerlich behandelt wie die Einkünfte, die sie ersetzen sollen.

Weitere News zum Thema

  • Steuerpflicht bei Rentnern

    [] 2015 musste jeder vierte Rentner Steuern zahlen. Diese Zahlen hat das Statistische Bundesamt aktuell veröffentlicht. Zum Glück gibt es aber auch für Rentnerinnen und Rentner Möglichkeiten, die Steuerlast zu senken oder sogar ganz zu vermeiden. mehr

  • Werden Ostrenten zu hoch besteuert?

    [] Im Rahmen der stufenweisen Ost-West-Rentenangleichung fiel in den meisten Jahren seit 2005 die Rentenanpassung für Ostrenten höher aus als für Westrenten. Die Finanzämter behandeln auch diese zusätzlichen Rentenerhöhungen nicht als außerordentliche, sondern als regelmäßige Rentenanpassungen. Ist das steuerlich in Ordnung? mehr

  • Kosten für hochwertiges Hörgerät trägt häufig die Rentenversicherung

    [] Die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung für Hörgeräte sind in den letzten Jahren deutlich aufgebessert worden. Für Anforderungen in beruflichen Stresssituationen mit häufig wechselnden Geräuschkulissen reichen diese Hörgeräte aber nicht aus. Ein Urteil des Hessischen Landessozialgerichts zeigt, welche Ansprüche dann bestehen können (L 1 KR 229/17). mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.