Anhebung der Altersgrenze bei Riester- und Rürup-Verträgen

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Zum 1.1.2012 wird die Altersgrenze bei Riester- und Rürup-Rente von 60 auf 62 Jahre angehoben. Wer noch dieses Jahr einen Vertrag abschließen will, muss aufpassen, dass ihm das Finanzamt keinen Strich durch die Rechnung macht!

Problem: Manch einer könnte auf die Idee kommen, einen sogenannten Vorratsvertrag abzuschließen. Das sind Verträge, bei denen der Versicherungskunde anfangs nur sehr geringe Beiträge zahlt, um sich die günstigen Steuerkonditionen für alle künftigen Erträge zu sichern – auch dann, wenn er später deutlich mehr in seinen Vertrag einzahlt. Im Abschluss solcher Vorratsverträge ist nach Auffassung des BMF regelmäßig ein steuerrechtlicher Gestaltungsmissbrauch im Sinne des § 42 AO zu sehen.

Von einem steuerlich anzuerkennenden Vertragsabschluss eines Riester- oder Basisrentenvertrags (Rürup-Rente) noch im Kalenderjahr 2011 ist auszugehen, wenn

  • der Vertrag zivilrechtlich noch im Kalenderjahr 2011 abgeschlossen wurde und
  • der vereinbarte Versicherungsbeginn vor dem 1. April 2012 liegt.

Der Vertrag ist dann zivilrechtlich 2011 abgeschlossen, wenn entweder der Versicherungsschein noch 2011 ausgestellt wurde oder der Versicherer dem Versicherungsnehmer eine Annahmeerklärung zugehen lässt, wobei nicht der Zeitpunkt des Zugangs der Annahmeerklärung, sondern das Datum der Annahmeerklärung maßgeblich ist.

Die Regelung gilt analog für private kapitalbildende Lebensversicherungen einschließlich Unfallversicherungen mit garantierter Beitragsrückzahlung, wenn die Auszahlung im Erlebensfall oder bei Rückkauf des Vertrages nach Vollendung des 60. Lebensjahres erfolgt und die Mindestvertragslaufzeit mindestens zwölf Jahre beträgt.

Für den Beginn der 12-jährigen Mindestvertragsdauer ist der vereinbarte Versicherungsbeginn ebenfalls maßgeblich. Bei Verträgen, die diese Voraussetzungen nicht einhalten, ist der steuerlich begünstigte frühestmögliche Zeitpunkt der vorgesehenen bzw. tatsächlichen Auszahlung die Vollendung des 62. Lebensjahres.

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