Abfindungen von Riester-Kleinbetragsrenten
Wenn der monatliche Rentenanspruch bei einem Riester-Vertrag sehr gering ist, wird der Vertrag in der Regel abgefunden. Diese Möglichkeit sieht § 93 Abs. 3 Einkommensteuergesetz vor. Die Auszahlung ist steuerpflichtig. Neu ist seit 1.1.2018 aber zweierlei: Zum einen wird der ausgezahlte Betrag nur noch ermäßigt besteuert. Zum anderen kann die Auszahlung auch bei vertraglich festgelegtem Beginn der Auszahlungsphase – wahlweise – erst im Jahr nach dem Beginn der Auszahlungsphase erfolgen. Beide Regelungen sind für Steuerzahler vorteilhaft.

Abfindungen von Riester-Kleinbetragsrenten

 - 

Wenn der monatliche Rentenanspruch bei einem Riester-Vertrag sehr gering ist, wird der Vertrag in der Regel abgefunden. Diese Möglichkeit sieht § 93 Abs. 3 Einkommensteuergesetz vor. Die Auszahlung ist steuerpflichtig. Neu ist seit 1.1.2018 aber zweierlei: Zum einen wird der ausgezahlte Betrag nur noch ermäßigt besteuert. Zum anderen kann die Auszahlung auch bei vertraglich festgelegtem Beginn der Auszahlungsphase – wahlweise – erst im Jahr nach dem Beginn der Auszahlungsphase erfolgen. Beide Regelungen sind für Steuerzahler vorteilhaft.

Was ist eine Kleinbetragsrente?

Dies ist eine Riester-Rente, deren monatlicher Zahlbetrag bei gleichmäßiger Verrentung des gesamten Kapitals einen Betrag von 1 % der Bezugsgröße nach § 18 SGB IV nicht übersteigt. Derzeit liegt die Bezugsgröße bei 3.045,– € (West) bzw. 2.695,– € (Ost).

Als Kleinrenten können damit derzeit Renten mit Monatsbeträgen bis 30,45 € bzw. 26,95 € abgefunden werden. Der Abfindungsbetrag kann dabei dann durchaus rund 10.000,– € betragen. Diese Summe kann förderunschädlich ausgezahlt werden. Das heißt: Die Riester-Zulagen und die vorher ggf. genossenen Steuervorteile müssen nicht erstattet werden.

Wie hoch der Abfindungsbetrag im Einzelfall ist, kann beim Anbieter angefragt werden. Wer an einer entsprechenden Einmal-Auszahlung interessiert ist, kann die Einzahlungen auf einen Riester-Vertrag ggf. »rechtzeitig« stoppen, bevor die »Kleinbetragsgrenze« erreicht ist.

Wichtig: Wenn geprüft wird, ob diese Grenze erreicht ist, werden alle bei einem Anbieter bestehenden Riester-Verträge zusammengerechnet.

Wann kann der Betrag ausgezahlt werden?

Frühestens zu Beginn der Auszahlungsphase. Diese darf laut § 1 des Altersvorsorgezertifizierungsgesetzes nicht vor Vollendung des 62. Lebensjahres beginnen. Bei bestimmten Altverträgen gilt noch eine 60-Jahres-Grenze. Diese Grenzen sind »Mindestalter-Grenzen«. Die Verträge können auch einen flexiblen Auszahlungsbeginn vorsehen, oder auch einen festen, häufig das reguläre Rentenalter.

Was ändert sich bei der Besteuerung?

Vor allem ändert sich etwas für Riester-Sparer mit fixem Beginn der Auszahlungsphase. Nun sind nämlich nicht nur Abfindungen zu Beginn der Auszahlungsphase förderunschädlich, sondern auch solche, die im darauffolgenden Jahr erfolgen. Dies regelt § 93 Abs. 3 Einkommensteuergesetz in der ab dem kommendem Jahr geltenden Fassung. Das bedeutet: Wer etwa 2018 mit 65 Jahren und sieben Monaten in Rente geht, kann, auch wenn im Riester-Vertrag als Beginn der Auszahlungsphase 2018 festgelegt ist, sich diese erst 2019 abfinden lassen – und muss ggf. weniger Steuern zahlen.

Wie wird die Besteuerung der Abfindung einer Kleinbetragsrente ermäßigt?

Hier greift künftig die sogenannte Fünftelungsregelung. Hierzu ein Beispiel: Nehmen wir an, die Abfindung beläuft sich auf 10.000,– €. Ein Fünftel davon sind 2.000,– €. Besteuert wird dann die komplette Abfindung genauso wie die ersten 2.000,– € der Abfindung. Wenn hierauf beispielsweise 300,– € Steuern anfallen würden, so fallen bei der Gesamtabfindung 1.500,– € an. Hierdurch wird die Wirkung der Steuerprogression deutlich gebremst. 

(MS)

Weitere News zum Thema
  • [] Geschenkt ist geschenkt, wieder holen ist gestohlen – so könnte man kalauernd ein Urteil des Bundessozialgerichts kommentieren, bei dem es um Rentenansprüche ging, die einer pflegenden Mutter zugestanden wurden und die ihr die Deutsche Rentenversicherung mehr

  • [] Mehr als 270.000 Rentner üben auch nach Erreichen ihres regulären Rentenalters eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aus. Diese Senior-Arbeitnehmer könnten ihre Rente nochmals deutlich steigern. Doch nur jeder 50. nutzt diese Chance. mehr

  • [] Vielfach sorgen Rentenlücken dafür, dass die erforderlichen Beitragsjahre für eine Frührente ab 63 nicht erreicht werden. Diese Lücken können nachträglich noch geschlossen werden. Doch die Möglichkeiten dazu sind kaum bekannt und werden selten genutzt mehr

Weitere News zum Thema