Kunstwerke – eine spezielle Geldanlage

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In Zeiten niedriger Zinsen können Kunstwerke eine Alternative zu den gängigen Anlageformen wie Fonds, Zertifikaten, Aktien oder Gold sein. Das schnelle Geld ist mit Kunst als Geldanlage allerdings nicht zu machen, eher lohnen sich Kunstwerke als langfristige Investitionen.

Der Kunstmarkt ist gegenüber anderen Anlageformen ziemlich intransparent. Allenfalls bieten Verkaufspreise bei Auktionen eine gewisse Aussagekraft. Ansonsten hängt sehr viel vom allgemeinen Geschmack ab und der Präferenz bestimmter Künstler. Das gilt umso mehr, je teurer das Kunstwerk ist.

Der Künstler bestimmt den Wert

Das A und O bei Kunstwerken ist der Künstler. Nicht nur Picasso und andere herausragende Maler erzielen beständig hohe Preise. Das gilt auch für weniger bekannte Kunstschaffende. Das heißt, ohne einen Nachweis über den Künstler ist es schwierig, tatsächlich ein Kunstwerk wieder zu veräußern.

Problematisch sind Gemälde, die keine Signatur besitzen oder über keine Kürzel verfügen, die einem bekannten Künstler zugeordnet werden können. Solche Fälle sind beispielsweise aus der Biedermeierzeit bekannt. Liegen dann auch keine Hinweise aus einer Werkschau des Künstlers vor, ist es unmöglich, einen Wert festzustellen. Das passierte auch Künstler, die aus der DDR flohen und ihre Bilder zurücklassen mussten. Deren Werke sind dann nicht in den Werkschauen verzeichnet.

Ein fehlender Nachweis über den Künstler führt immer zu einem geringeren Wert. Wer dann auf der sicheren Seite sein will, kauft in solchen Fällen besser kein Kunstwerk.

Eine andere Strategie auf dem Kunstmarkt ist es, wenig bekannte oder noch unbekannte Künstler einzukaufen. Doch das stellt aus den oben dargestellten Gründen ein hohes Risiko dar, denn diese Künstler sind schwer handelbar. Natürlich kann es auch genau anders herum sein. Wer heute ein Gerhard-Richter-Gemälde aus seiner Anfangszeit besitzt, kann sich glücklich schätzen.

Informationen aus Kunst-Datenbanken

Wenn Sie Kunst erwerben wollen, so sollte der Künstler auch in einer der wichtigen Datenbanken mit seinen Werken beschrieben sein. Eine gute Datenbank für Künstler ist www.artnet.com. Die Datenbank ist sehr umfangreich und gibt Auskunft über bereits gehandelte Kunstwerke. Hier sind auch alte Künstler verzeichnet. Eine deutschsprachige Alternative ist www.kunst-und-kultur.de. Alte Meister wird man hier eher nicht finden, sondern tätige Kunstschaffende mit Bezug zum deutschen Sprachraum.

Eine andere Möglichkeit, mehr über die Kunstszene zu erfahren, besteht darin, dort selbst einzutauchen und Informationen zu beschaffen. Beispielsweise darüber, wie viele Ausstellungen ein ins Auge gefasster Künstler gemacht hat und wie diese vom Fachpublikum bewertet wurden. Bei einer guten Bewertung kann dies ein Hinweis auf ein werthaltiges Investment sein.

Was soll es sein: Gemälde, Skulpturen, Fotografie oder Bildhauerei?

Es gibt zwei Strategien am Kunstmarkt, die durchaus vielversprechend sind: die Konzentration auf einen Künstler, der dann als Maler, Fotograf oder Bildhauer aktiv ist oder war, oder der Aufbau einer Sammlung von Bildern aus einer Epoche oder die Sammlung regionaler Künstler.

Die erste Strategie kann einen erfolgreichen Aufbau einer Sammlung bedeuten, wenn der Künstler immer bekannter und seine künstlerische Leistung hoch eingeschätzt wird. Hier kann es aber zu einem gewissen Klumpenrisiko kommen. Das heißt, bei der Wertentwicklung wird lediglich auf einen Künstler gesetzt.

Bei der zweiten Strategie werden Bilder einer Epoche oder Stilrichtung gesammelt, beispielsweise aus dem Expressionismus, oder aus einer bestimmten Region, sei dies nun der Alpenraum, die Meeresküsten oder Nordamerika. Das Risiko hierbei ist, dass eine Epoche wieder out wird oder dass regionale Bilder nicht mehr so gefragt sind. Dennoch dürfte das eher schrittweise der Fall sein, sodass ein Verkauf mit vernünftigen Preisen immer noch möglich ist.

Im Gegensatz zu den meisten Anlageformen sollte für den Käufer Kunst auch eine Augenweide darstellen. Kaufen Sie also nichts, das Sie nicht optisch mögen. Was nun bevorzugt wird, ob Gemälde, Skulpturen oder Fotografie, ist für die Wertentwicklung nicht immer so entscheidend.

Wichtig ist eine möglichst gute Qualität und natürlich der Künstler. Hier sollte der eigene Kunstgeschmack entscheiden. Einzige Ausnahme beim Aufbau einer Sammlung sind (gedruckte) Grafiken: Gerade bei einer höheren Auflage sind kaum Wertsteigerungen möglich.

Preise für Kunstwerke

Die Spannbreite ist riesig: Sie geht von wenigen Hundert Euro bis zu Millionenobjekten bei namhaften Künstlern. Aber letztendlich entscheidet der eigene Geldbeutel. Der Einstieg in die Kunstwelt beginnt bei den meisten mit einem Objekt der Begierde bis zu 1.000,– €. Derjenige, für den die Wertentwicklung eine Rolle spielt, wird selbst in der Liga bis zu 1.000,– € fündig.

Beispielsweise bei ostdeutschen Malern, die bislang – bis auf Ausnahmen – im Markt noch keine größere Bedeutung haben. Da dort die Ausbildung sehr gut war, ist es nur eine Frage der Zeit, bis diese Künstler vollends entdeckt werden und sich das auch in den Preisen niederschlägt. Um ein Gefühl für Preise zu bekommen, sollten Sie auf Antikmärkte in Galerien gehen und sich Auktionskataloge beschaffen. Hier sind meist die Einstiegspreise der Werke verzeichnet.

In Nischenmärkten, wie z.B. für Plakate, sind Auktionskataloge entscheidend für das Preisgefühl, da diese weit weniger gehandelt werden als gängige Kunstformen.

Wo soll gekauft werden: Kunsthandel, Auktionen oder Gemäldetrödler?

Im reinen Kunsthandel werden oft die höchsten Preise fällig. Bei einer Auktion können Sie doch mal ein Schnäppchen machen, und bei einem Gemäldetrödler finden Sie häufig günstige Werke für Einsteiger. Doch inzwischen haben auch der Kunsthandel und Auktionshäuser den Markt für preiswertere Kunst entdeckt und halten hier Angebote bereit.

So haben die bekannten Auktionshäuser in Düsseldorf, Köln oder Berlin speziell für günstigere Kunst vorgesehene Versteigerungsrunden. Hier kommt man Käufern entgegen, deren Schmerzgrenze bei maximal 3.000,– € bis 5.000,– € liegt. Allerdings kommen bei einer Auktion noch die Kosten für den Auktionator hinzu. Diese betragen etwa 20 % bis 25 % des Verkaufserlöses.

Eine weitere Möglichkeit für den Kunsteinkauf besteht bei entsprechenden Messen und Kunstgalerien, bei noch nicht so etablierten Künstlern auch direkt bei ihnen. Wollen Sie über Kunstauktionen informiert werden, so ist das beispielsweise über die Seite: www.beyars.com möglich. Hier bekommen Sie ganz nebenbei ein gutes Gefühl für die Preise für Kunstwerke. Außerdem sind hier viele Auktionshäuser verzeichnet.

Was bietet Art-Consulting?

Art-Consulting richtet sich sowohl an Unternehmen wie auch an (vermögende) Privatpersonen. Ein Art-Consultant übernimmt die Aufgabe ein Sammlungskonzept zu erstellen und hilft dann auch bei der Kunstbeschaffung. Diese Vorgehensweise lohnt eigentlich nur für Personen, die eine umfangreiche und teure Sammlung aufbauen wollen.

Natürlich können Sie einen Kunstberater auch einschalten, wenn Sie selbst auf eine Auktion gehen möchten. So ist es dann im Vorfeld möglich, den Auktionskatalog nach lohnenden Objekten zu durchforsten, falls man selbst aktiv werden möchte. Mit mehreren Hundert Euro für diese Dienstleistung sollte gerechnet werden. Für vermögende Kunden bietet diese Dienstleistung beispielsweise die Deutsche Bank oder UBS an.

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