Bessere steuerliche Förderung der privaten Altersvorsorge geplant

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Betriebliche und private Altersvorsorge werden immer wichtiger. Um die entsprechenden Produkte attraktiver zu machen, sieht die Bundesregierung insbesondere Handlungsbedarf beim Verbraucherschutz. Sie hat daher den Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der steuerlichen Förderung der privaten Altersvorsorge vorgelegt.

Mit dem Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz (AltvVerbG) sollen folgende Ziele erreicht werden:

  • Stärkung der kapitalgedeckten Altersvorsorge

  • Vereinfachung der Eigenheimrente (Wohn-Riester)

  • Verbesserung des Erwerbsminderungsschutzes

  • Stärkung der Verbraucher im Markt

  • Verbesserung des Anlegerschutzes

Die wesentlichen Maßnahmen des Gesetzes sind:

  • bei der steuerlich begünstigten privaten Altersvorsorge: Einführung eines Produktinformationsblatts

  • bei der Basisversorgung im Alter:

    • Anhebung der Förderhöchstgrenze von 20.000 € auf 24.000 €

    • Verbesserung der steuerlich begünstigten Absicherung der Berufsunfähigkeit beziehungsweise verminderten Erwerbsfähigkeit

  • bei der Riester-Rente (ohne Wohn-Riester):

    • Verbesserung des Erwerbsminderungsschutzes bei Altersvorsorgeverträgen

    • Meldung bei Übertragungen im Rahmen des Versorgungsausgleichs auch bei ausschließlich ungefördertem Altersvorsorgevermögen

    • Streichung der Bescheinigungspflicht der Erträge (§ 94 Absatz 1 EStG)

    • Verbesserungen bei der Ausgestaltung des genossenschaftlichen Riester-Anlageprodukts

  • bei der Eigenheimrente (Wohn-Riester):

    • jederzeitige Kapitalentnahme für selbst genutztes Wohneigentum in der Ansparphase

    • jederzeitige Einmal-Besteuerung des Wohnförderkontos während der Auszahlungsphase

    • Erleichterungen im Hinblick auf die Absicherung der weiteren Geschäftsanteile einer Genossenschaft

    • Flexibilisierung und Verlängerung des Reinvestitionszeitraums

    • Zulassung eines Altersvorsorge-Eigenheimbetrags zwischen 75 und 100 % des geförderten Kapitals

    • Absenkung der jährlichen Erhöhung der in das Wohnförderkonto eingestellten Beträge von 2 auf 1 %

    • rechtzeitiger Antrag auf Entnahme des Altersvorsorge-Eigenheimbetrags vor der Auszahlungsphase

    • Einbeziehung eines Umbaus zur Reduzierung von Barrieren in oder an der selbst genutzten Wohnung in die Eigenheimrenten-Förderung

So funktioniert der Abzug von Vorsorgeaufwendungen heute

Als Vorsorgeaufwendungen abzugsfähig sind Beiträge zu bestimmten Versicherungen. Diese werden unterteilt in

  • Altersvorsorgeaufwendungen nach § 10 Abs. 1 Nr. 2 EStG. Dazu gehören vor allem die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung oder zu einer privaten Rürup-Rente.

  • sonstige Vorsorgeaufwendungen

    • nach § 10 Abs. 1 Nr. 3 EStG. Das sind die Beiträge zur Basis-Kranken- und Pflege-Pflichtversicherung.

    • nach § 10 Abs. 1 Nr. 3a EStG. Dazu zählen zum Beispiel die Beiträge zu Haftpflicht-, Unfall- und bestimmten Lebensversicherungen.

Altersvorsorgeaufwendungen und viele sonstige Vorsorgeaufwendungen sind nur begrenzt abziehbar. Es gibt eine alte und eine neue Berechnungsmethode. Zu Ihren Gunsten wendet das Finanzamt im Rahmen einer sogenannten Günstigerprüfung die für Sie günstigste Methode an.

Bei der Gehaltsabrechnung werden Vorsorgeaufwendungen durch eine Vorsorgepauschale berücksichtigt. In der Steuererklärung gibt es seit 2010 keine Vorsorgepauschale mehr, es werden nur tatsächlich geleistete Beiträge berücksichtigt.

Die Beiträge zur Riester-Rente gehen nicht in die Berechnung der abzugsfähigen Vorsorgeaufwendungen mit ein: Die Einzahlungen in so einen privaten Altersvorsorgevertrag sind steuerlich gesehen keine Vorsorgeaufwendungen. Sie sind deshalb zusätzlich zu den Vorsorgeaufwendungen als Sonderausgaben gemäß § 10a EStG abzugsfähig, soweit dies günstiger ist als die staatlichen Zulagen. In der Steuerklärung machen Sie Angaben zu Ihrer Riester-Rente bitte in der Anlage AV.

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