Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft

Bei einer Land- und Forstwirtschaft erfolgt die planmäßige Nutzung der natürlichen Kräfte des Bodens zur Erzeugung von Pflanzen und Tieren sowie zur Verwertung der selbstgewonnenen Erzeugnisse.

Zu den Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft gehören:

  • Einkünfte aus dem Betrieb von Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Weinbau, Gartenbau, Baumschulen und aus Betrieben, die Pflanzen und Pflanzenteile mit Hilfe von Naturkräften gewinnen,

  • Einkünfte aus Binnenschifferei, Teichwirtschaft, Fischzucht für Binnenfischer und Teichwirtschaft, Imkerei, Wanderschäferei und Saatzucht,

  • Einkünfte aus Jagd (wenn ein Zusammenhang mit einem Betrieb der Land- und Forstwirtschaft besteht),

  • Einkünfte aus Hauberg, Wald-, Forst- und Laubgenossenschaften und ähnlichen Realgemeinschaften,

  • Einkünfte aus einem land- und forstwirtschaftlichen Nebenbetrieb,

  • Produktionsaufgabenrenten,

  • Veräußerungsgewinne.

Bei der Ermittlung des Gesamtbetrags der Einkünfte kann ein Freibetrag von 670 Euro (Ledige), 1.340 Euro (Verheiratete) abgezogen werden, wenn das Einkommen 30.700 Euro (Ledige), 61.400 Euro (Verheiratete) nicht übersteigt.

Die Gewinne aus Land- und Forstwirtschaft können nach Durchschnittssätzen ermittelt werden, wenn

  • keine Verpflichtung zur Aufstellung einer Bilanz besteht,

  • die selbstbewirtschaftete Fläche der landwirtschaftlichen Nutzung ohne Sonderkulturen 20 Hektar nicht überschreitet,

  • die Tierbestände insgesamt 50 Vieheinheiten nicht übersteigen und

  • der Wert der selbstbewirtschafteten Sondernutzungen (nach § 13a Abs. 5 EStG) nicht mehr als 2.000 DM (ca. 1.022 Euro) je Sondernutzung beträgt.

Verkauft ein Landwirt seine bisherige landwirtschaftlicher Nutzfläche, die zuvor Bauland geworden war, und tauscht er vor der Veräußerung diesen Grundbesitz so, dass eine bessere Verwertbarkeit des Baulandes erreicht wird, dann ist der Verkauf des Baulandes ein gewerblicher Grundstückshandel (Bundesfinanzhof, Urteil vom 08.11.2007, Aktenzeichen: IV R 34/05).

Verkauft ein Landwirt über einen Hofladen auch zugekaufte Waren, dann ist der Hofladen ein Gewerbebetrieb, wenn der Nettoumsatz aus den zugekauften Waren ein Drittel des Nettoumsatzes des Hofladens oder 51.500,- Euro im Wirtschaftsjahr nachhaltig übersteigt (Bundesfinanzhof, Urteil vom 25. 03.2009, Aktenzeichen: IV R 21/06).

Die Lieferung von selbst erzeugten landwirtschaftlichen Erzeugnissen unterliegt auch dann noch der Besteuerung nach Durchschnittssätzen gemäß § 24 UStG, wenn sie nach der Aufgabe des landwirtschaftlichen Betriebs erfolgt (Bundesfinanzhof, Urteil vom 19.11.2009, Aktenzeichen: V R 16/08).

Gesetze und Urteile (Quellen)

BMF 06.03.2006, IV C 2 - S 2236 - 10/05 und IV B 7 - S 2734 - 4/05

BMF 15.03.2010, IV D 2 - S 7410/07/10015

§ 13 EStG

§ 13a EStG