Zahl der Woche: 1.500

1.500 Datensätze sind auf der CD, die dem Finanzministerium zurzeit zum Kauf angeboten wird. 1.500 Namen und Adressen von Deutschen, die ihr Geld auf einem Konto in der Schweiz liegen haben und dem deutschen Fiskus Steuern vorenthalten. 2,5 Mio soll die CD kosten. Ein Schnäppchenpreis, wenn man – wie das Finanzministerium – davon ausgeht, dass mit den Daten rund 100 Mio Euro an Steuern kassiert werden könnten.

Aber soll der Staat die CD wirklich kaufen? Mich bringt das Thema in einen Gewissenskonflikt: Einerseits ist Steuerhinterziehung natürlich falsch. Natürlich versucht jeder, dem Staat so wenig wie möglich abzugeben – solange sich das in legalen Bahnen bewegt, finde ich das auch in Ordnung. Aber Steuerhinterziehung geht gar nicht.

Andererseits ist der Anbieter der CD auch nicht gerade auf legalem Weg an die Daten gekommen. Er hat sie irgendwo gestohlen (ob man juristisch wirklich von „Diebstahl“ – Wegnahme einer fremden beweglichen Sache – sprechen kann, sei mal dahingestellt. Aber dann ist es halt „Ausspähen von Daten“, § 202a StGB, oder „Verwertung fremder Geheimnisse“, § 204 StGB). Und jetzt will er diese gestohlenen Daten verkaufen.

© Bredehorn.J / pixelio.de

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Soll der Staat den „Datendieb“ auch noch belohnen, indem er ihm die CD abkauft? Finde ich moralisch auch wieder bedenklich. Ein ziemliches Dilemma. Ich habe mir das am Wochenende so vorgestellt, dass man zum Schein auf das Geschäft eingeht. Wenn man sich dann nachts in einem dunklen Park zur Geldübergabe trifft, schnappt man sich den Kerl, verknackt ihn und zieht die CD ein. Ganz einfache Lösung – die es aber wahrscheinlich nur im „Tatort“ gäbe…

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