Merry Christmas with the British government
Die britische Regierung will die Mehrwertsteuer senken und so die strauchelnde Wirtschaft ankurbeln, schreibt die Süddeutsche. Von derzeit 17,5 Prozent runter „wahrscheinlich auf bis zu 15 Prozent“. Das so gesparte Geld sollen die Verbraucher zum Beispiel für Weihnachtsgeschenke ausgeben.
Rechnen wir das doch mal durch: Ein durchschnittlicher Haushalt in Großbritannien gibt pro Woche 47 Pfund für Lebensmittel aus. OK, diese Zahl ist von 2006, aber das soll uns jetzt nicht stören. Nehmen wir mal an, die Mehrwertsteuer und die Ausgaben hätten sich seitdem nicht wesentlich geändert (ich kann ja schließlich nicht alles recherchieren… und sagen Sie jetzt nicht, für Lebensmittel gelte ein anderer Steuersatz. Es geht hier nur um ein Beispiel!).
Dann sind das 47 Pfund einschließlich 17,5 Prozent Mehrwertsteuer. Ohne Mehrwertsteuer also 40 Pfund. Angenommen, nicht nur der Staat senkt die Mehrwertsteuer, sondern die Lebensmittelhändler ziehen mit und senken ihrerseits die Preise im entsprechenden Maß. Um auf 47 Pfund einschließlich 15 Prozent Mehrwertsteuer zu kommen, könnten die Leute dann für 40,87 Pfund einkaufen.
Na, wenn das nicht mal ein rauschendes Weihnachtsfest gibt…!
Nachtrag:
Der Focus schreibt: „Der britische Finanzminister Alistair Darling will die Mehrwertsteuer bis Weihnachten um bis zu 2,5 Prozent senken…“ und verrechnet sich dabei leider. 2,5 Prozent von 17,5 sind nämlich nur 0,025. Die Mehrwertsteuer würde dann also von 17,5 Prozent auf 17,475 Prozent sinken. Wie man damit die Konjunktur ankurbeln soll, möge mir der geneigte Blog-Kommentierer bitte erklären…
5 Kommentare zu “Merry Christmas with the British government”
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Wie würde das denn in Deutschland aussehen, wenn es auch wieder um 2 Prozent runter geht? Das wird ja gefordert.
Prozentpunkte!!!
Und zur Strafe müssen Sie das jetzt selber ausrechnen
Um mal in größerem Maßstab zu rechnen: Das Durchschnittseinkommen 2007 lag bei monatlich 2256 Euro brutto, macht netto grob kalkuliert 1.500 Euro.
Gehen wir davon aus, dass das gesamte Netto-Einkommen für Waren mit dem vollen Mehrwertsteuersatz ausgegeben wird. Dann hätte man mit einem zwei Prozentpunkte niedrigeren Mehrwertsteuersatz rund 22 Euro monatlich mehr in der Tasche. Reicht immerhin für ein kleines Weihnachtsgeschenk.
Ja, Prozentpunkte ich weiß. Gemerkt habe ich es dann auch. Aber hier gibt es nirgends eine Korrekturfunktion für die Kommentare. Oder doch?