Mein Mann frühstückt nicht mehr

©Thommy Weiss, www.pixelio.de
… wenn er auf Dienstreise ist. Ist das Hotelangebot so schlecht? Nein. Ist mein Frühstück zu Hause so gut, dass kein Hotel da mithalten kann? Wieder nein (leider). Frühstückt er generell nicht? Auch nein. Ja, und was ist dann der Grund?
Schuld am Frühstücksboykott ist… die Bundesregierung! Und ihre unglückselige Regelung, die Umsatzsteuer auf Übernachtungen zu senken. Für eine Übernachtung im Hotel werden nur noch 7 % Umsatzsteuer fällig. Für das Frühstück zahlen Sie 19 %. Auf der Rechnung tauchen die beiden Posten deshalb separat auf. Und genau hier liegt der Knackpunkt. Denn der Arbeitgeber erstattet ihm die Kosten für das Frühstück jetzt gar nicht mehr – außer, es wird ausdrücklich von vornherein mit dazu gebucht (was nicht immer passiert). Bei so vielen Komplikationen ist doch klar, dass der Appetit auf der Strecke bleibt!
Und wo wir gerade beim Essen sind …
Feinschmecker sind ja in Sachen Umsatzsteuer fein raus – meistens jedenfalls. Gänseleber, Wachteleier, Riesengarnelen und Trüffel werden nämlich ermäßigt besteuert. Wer gern Hummer mag, zahlt allerdings den normalen Steuersatz von 19 %.
Billiger essen Sie auch, wenn Sie gerne frisches Gemüse zu sich nehmen (7 %). Dickflüssige Säfte („Smoothies“) kommen auch noch mit 7 % davon, bei gepressten Säften werden 19 % fällig.
Wenn Eltern ihren Kindern etwas Fertiges aus dem Gläschen zu essen geben, raten Sie mal, wie viel Umsatzsteuer fällig wird. Richtig, natürlich sind hier die vollen 19 % zu zahlen (und das nur, weil die Karotte zu Brei verarbeitet wurde). Tierfutter wird übrigens nur mit 7 % besteuert. Ein Kommentar ist hier glaube ich überflüssig!
Von so viel schreiben über das Essen habe ich jetzt Hunger bekommen. Ich glaube ich hole mir heute ein Sandwich. Bestimmt kommt dann wieder die Frage: „Zum hier essen oder zum mitnehmen?“ Dahinter steckt (Sie ahnen es) die Umsatzsteuer. Hier essen = 19 %, mitnehmen = 7 %. Oder doch umgekehrt? Auch egal, Hauptsache es schmeckt.
Guten Appetit!
3 Kommentare zu “Mein Mann frühstückt nicht mehr”
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Na, wenn Sie so wenig verdienen, dass Sie sich kein Frühstück selber leisten können, dann sollten Sie besser den Arbeitgeber wechseln.
@ Sarah: Ich glaube nicht, dass es hier ums “Frühstück prinzipiell finanziell leisten können” ging. Wenn ich im Hotel 16 Euro fürs Frühstück zahlen muss (und diese Zahl ist realistisch) und von meinem Arbeitgeber nur einen Bruchteil oder gar nichts erstattet bekomme, verzichte ich auch aufs Frühstück. Für 16 Euro esse ich morgens nämlich auch zuhause nicht.
Ich werde der Kollegin vorschlagen, dass sie ihrem Mann eine Stulle für ins Hotel schmiert.
@Sarah: 16 Euro sind tatsächlich (oder leider) ein realistischer Preis für ein Hotelfrühstück – und wenn man nur ein Brötchen mit Marmelade isst und eine Tasse Kaffee trinkt, ist das einfach zu teuer. Dann lieber warten, bis es in der ersten Besprechung Kekse und Kaffee gibt