100 Tage Trauerspiel
Ich dachte ja, ich kann mich davor drücken, meine vollmundige Ankündigung in die Tat umzusetzen. Aber (erfreulicherweise, sollte ich anfügen): Es gibt aufmerksame Blog-Leser, die mich an meinen Beitrag vom 28.9.2009 erinnert haben…
Ok, also los: Es gibt tatsächlich mehr Kindergeld, höhere Kinderfreibeträge, die Vorsorgeaufwendungen sind großzügiger abzugsfähig, das Ehegattensplitting blieb uns erhalten (die Abschaffung ist eh so ein running gag, der alle paar Jahre mal wieder aus der Schublade gezogen wird), die Erbschaftssteuersätze wurden zum Teil geändert, wir haben eine total bescheuerte AfA-Regelung bekommen,…
Aber was ist wirklich im Gedächtnis hängen geblieben von den ersten 100-oder-so Tagen der Bundesregierung?
- Theater um die Mehrwertsteuer, die schließlich für Hotelübernachtungen gesenkt wird. Die ganze Aktion hatte ein Geschmäckle, würde der Schwabe sagen. Oder: Nachtigall Möve ick hör Dir trappsen…
- Von der Debatte um die Gesundheitsreform bekomme ich bestenfalls Kopfschmerzen. Habe ich „Reform“ gesagt? Flickschusterei wäre wohl treffender.
- Rekordschulden.
- Frau Steinbach und Herr Westerwelle duellieren sich (fast).
- Totales Chaos in Sachen Afghanistan.
- Wir hatten mal ganz kurz einen Arbeitsminister namens Franz-Josef Jung. Nach 31 Tagen war Schluss – angeblich der schnellste Rücktritt aller Zeiten (ich hab da keinen Durchblick mehr).
- Fairerweise muss man dazufügen: Auch die Opposition, die ja irgendwie ebenfalls zur Lenkung des Staates beitragen soll, hat sich nicht mit Ruhm bekleckert.
Das Ergebnis jedenfalls ist eindeutig: Nur etwa 25% der Deutschen sind mit ihrer Regierung zufrieden. Ausführlich und mit vielen Zahlen dazu die „Zeit“. Westerwelle will sich dadurch allerdings nicht beirren lassen – das sagt ja schon eine ganze Menge aus…
Und nun abschließend noch eine Rätselfrage: Können Sie sich an das Motto des Koalitionsvertrags erinnern?
2 Kommentare zu “100 Tage Trauerspiel”
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Frau Merkel sollte sich umgehend nach einem anderen Koalitionspartner umschauen. Mit der FDP
wird auch in Zukunft ein Regieren zum Wohle des gesamten Volkes immer schwerer werden. Sie ist zu sehr auf ihre Klientel und die Mehrung der eigenen Vorteile aus. Als Beweis verweise ich auf die “Umsetzung” des sogen. FDP-Sparbuchs aus der Zeit vor der Wahl.
Das Motto ist übrigens “Wachstum. Bildung. Zusammenhalt”
Die andern beiden hab ich mir sehr überzeugend ausgedacht – jedenfalls den dritten Vorschlag, gell?! *gg*