Steuerparadies Deutschland

Abermillionen Steuerzahler in der ganzen Welt blicken neidisch nach Deutschland. Glauben Sie nicht? Ist aber so. Der Wahnsinn hat noch weitaus perfidere Methoden entwickelt als hierzulande.

In Brasilien beispielsweise muss sich ein durchschnittliches Unternehmen 2.600 Stunden pro Jahr mit dem Fiskus rumschlagen – 13mal länger als in Deutschland. In Rumänien steht jeden dritten Tag ein Steuertermin auf dem Kalender. Und in Burundi und Sierra Leone beträgt die durchschnittliche Steuerlast das zwei- bis dreifache des Unternehmensgewinns.

Zeigen Sie also das nächste Mal ein wenig Demut, wenn Sie  mit Ihrem Anliegen von einer Finanzamtsstelle zur nächsten gejagt werden, damit sich am Ende herausstellt, dass eigentlich die Gemeinde zuständig ist. Schließen Sie die Augen und stellen Sie sich einfach vor, Sie wären in Rio de Janeiro.

3 Kommentare zu “Steuerparadies Deutschland”

  1. Maike 11 November 2008 at 15:36 #

    Sehr nett auch die Formulierung der dpa: “Fast das Dreifache des Betriebsgewinns (292,4 Prozent) müsste hingegen ein Unternehmen zahlen, das sich an alle Gesetze und Bestimmungen Gambias hielte.” Warum da wohl der Konjunktiv verwendet wird?? :-)

  2. Christian Dülpers 11 November 2008 at 17:28 #

    Dort ist wohl eher die “tatsächliche Verständigung” üblich – jedenfalls solange dem Unternehmer zufällig einen Tausend-Dollar-Schein im Büro des Finanzbeamten aus der Tasche fällt.

    Hier übrigens der Link zur Quelle

  3. Michael Santak 2 März 2009 at 17:21 #

    Das deutsche Steuerrecht als paradiesisch zu bezeichnen, nur weil sich die Beamten auch wirklich an all die Paragraphen halten, ist so wie ein Gefängnis freiheitlich zu nennen, weil die Insassen sich in ihren Zellen frei bewegen können (wenn auch nur von einer Wand zur andern).


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