Ich hatte Post … von hilfreich bis unverschämt

Kürzlich schrieb mir eine Kundin eine nette Mail mit einem Hinweis, den ich gerne an alle unsere Leser weitergeben möchte:

Frau S. war 2010 aus der Kirche ausgetreten. Bis Mai galt sie als römisch-katholisch, ab dann aber als konfessionslos. Eine Kopie der Austrittserklärung schickte sie dem Finanzamt zusammen mit den Belegen für die Steuererklärung zu.

Im Steuerbescheid las sie dann, es sei zu wenig Kirchensteuer abgeführt worden. Frau S. rief beim Finanzamt an und erfuhr, dass man dort zwar die Belege und die Austrittsbescheinigung gesehen, aber wohl vergessen habe, die Daten zu ändern. Alles kein Drama, Bescheid und Daten werden korrigiert, Frau S. bekommt noch Geld zurück.

Einem Kollegen, schreibt Frau S., sei im Jahr davor das gleiche passiert. Und da 2010 viele Leute aus der Kirche ausgetreten sind, ist es wichtig, dass sie alle wissen, dass sie ihren Steuerbescheid unbedingt prüfen müssen…

Diesem Rat schließen wir uns gerne an! Sie sehen: Es zahlt sich oft in barer Münze aus, den Steuerbescheid genau anzuschauen.

Abschließend noch ein Hinweis in höchst-eigener Sache:

Den Text, den Sie eben gelesen haben, habe ich im Steuertipps-Newsletter vom 3.4.2011 als Editorial verwendet. Ich bekam daraufhin zwei E-Mails, was (glücklicherweise) nicht viel war. Die eine Mail war recht freundlich (diesem Leser habe ich geantwortet), die andere äußerst verletzend und mehr als unsachlich (diesem Leser habe ich nicht geantwortet).

In beiden Mails wurde kritisiert, dass ich zum Kirchenaustritt auffordern würde. Das tue ich ausdrücklich nicht! Ich denke auch nach wie vor nicht, dass mein Text in dieser Hinsicht missverständlich ist. Falls Sie sich zum Kirchenaustritt entscheiden, sollten dafür doch auch andere Gründe als steuerliche eine Rolle spielen, oder?

2 Kommentare zu “Ich hatte Post … von hilfreich bis unverschämt”

  1. kb 15 April 2011 at 12:22 #

    Hallo Frau Backhaus,

    vorweg: die Unterstellung, dass Sie mit diesen Zeilen eine aktive Aufforderung zum Kirchenaustritt von sich geben würden hat bei mir für ein amüsantes schmunzeln gesorgt.

    Ich für meinen Teil habe das als sehr sachlich verstanden. Gerade wegen dem Sachverhalt, dass mir ähnliche Fälle ZU HAUF bekannt sind. Die kontraproduktiven Aktivitäten der Kirche im vergangenen Jahr hat viele Steuerzahler dazu bewegt auszutreten. Mir fallen auf Anhieb knapp 10 Fälle ein, wo bei Kunden im Steuerbescheid korregiert werden musste, da das Finanzamt unter ähnlichen, wie oben genannten, Gründen den Austritt nicht berücksichtigt hat.

  2. Maike Backhaus 18 April 2011 at 9:12 #

    Hallo kb, vielen Dank :-)


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