Didacta 2009: Der Auftakt

Anderthalb Tage sind wir jetzt auf der didacta und eins ist eindeutig: Das Arbeitszimmer ist das Top-Thema für die Besucher unseres Standes. Ist ja auch klar. Die Streichung kostete die meisten Lehrer ein paar Hundert Euro im Jahr.  Leider können wir ihnen nur sagen, dass es keine Neuigkeiten gibt. Seit fast zwei Jahren gären die Musterklagen in erster Instanz an den Finanzgerichten vor sich hin.

Unser Standort in diesem Jahr ist exklusiv: kaum 20 Meter von der Veranstaltungsbühne entfernt. Stellen wir uns knapp links neben unsere Theke, können wir genau jetzt Jörg Pilawa sehen, der als Gesicht der “Mein Kind ist unschlgabar unschlagbar”-Kampagne natürlich prädestiniert ist, eine Talk-Runde über Gewaltprävention in der Schule zu moderieren. Dass allerdings auf der gleichen Bühne ein Kinderchor stündlich dieselben fünf Lieder singt, die klingen, als hätten Rolf Zuckowski, Wolf Biermann und Alice Schwarzer gemeinsam Songs geschrieben, das müsste nicht unbedingt sein.

6 Kommentare zu “Didacta 2009: Der Auftakt”

  1. Andreas P. 11 Februar 2009 at 15:28 #

    Was genau möchten die Lehrer dennn zum Arbeitszimmer wissen? Gibt es nicht doch noch irgendwo einen Tipp oder einen Trick, den einer der Besucher der Messe vielleicht drauf hat und den man hier weitergeben könnte?

    Bei der “Mein Kind ist unschlgabar”-Kampagne werden sicherlich die allermeisten Eltern aus zwei Gründen zustimmen. Einer der Gründe wird sein, dass sie gar nicht wissen, was “unschlgabar” eigentlich ist ;-) .

    Einen Song von Rolf Zukowski und Alice Schwarzer würde ich auch gerne hören. Vor allem wenn Frau Schwarzer die Musik und Herr Zukowski den Text macht. Vielleicht läßt sich ja ein Tondokument veröffentlichen?

  2. Christian Dülpers 11 Februar 2009 at 16:52 #

    Bis jetzt hat noch kein Besucher berichtet, dass sein Finanzamt das Arbeitszimmer weiterhin anerkennt. Es bleibt also dabei: weiterhin geltend machen und wenn das Finanzamt die Kosten streicht Einspruch einlegen.

    Es gab allerdings einen interessanten Fall: Ein pensionierter Lehrer ist weiterhin ehrenamtlich für die Gewerkschaft tätig und hat dafür ein Arbeitszimmer eingerichtet.

    Abziehbar oder nicht?

  3. Maike Backhaus 11 Februar 2009 at 16:54 #

    Wenn Du so fragst, dann ist es sicher abziehbar. Bloß – mit welchem Argument?

  4. Christian Dülpers 11 Februar 2009 at 17:26 #

    Ich bin mir nicht sicher, ob es abziehbar ist. Man könnte so argumentieren:

    1. Kosten im Zusammenhang mit Berufsverbänden sind auch nach der Pensionierung abziehbar.
    2. Eine ehrenamtliche Tätigkeit für die Gewerkschaft ist ein Anhängsel der Haupttätigkeit, deshalb sind die Aufwendungen dafür Werbungskosten.

    Folge(?): Auch nach der Pensionierung sind die Kosten für das Ehrenamt Werbungskosten. Im Gegensatz zur aktiven Zeit ist das Arbeitszimmer dann aber der Mittelpunkt der gesamten beruflichen Betätigung.

  5. Maike Backhaus 12 Februar 2009 at 9:44 #

    Hmmm… zu 1): Sind mit Kosten nicht eher Mitgliedsbeiträge gemeint?

    zu 2): Dann könnte ja jeder, der ehrenamtlich eine Tätigkeit ausübt, die einen Schreibtisch erfordert, sein Arbeitszimmer abziehen wollen – und sei es nur im Rahmen der Ehrenamtsförderung? Also zB Schatzmeister, Schriftführer, Kassenprüfer…?

    Warum soll eine ehrenamtliche Tätigkeit für die Gewerkschaft ein Anhängsel der Haupttätigkeit sein? Diskriminiert das nicht Leute, die sich anderweitig ehrenamtlich engagieren (Sport- oder Musikverein etc)?

  6. Christian Dülpers 12 Februar 2009 at 11:24 #

    zu 1) Siehe hier

    zu 2) In aller Regel ist das Ehrenamt erstens nicht die einzige Tätigkeit und steht zweitens nicht in Zusammenhang mit den Einnahmen (hier der Pension).


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