Anlage EÜR 2008: Tücken und Lücken
Letzte Woche habe ich endlich mal einen Blick auf die neuen Formulare für die Anlage EÜR geworfen – also die Version, die Selbstständige für Ihre Gewinnermittlung 2008 brauchen.
Ich weiß nicht, wem im Ministerium ich mal auf die Füße getreten bin – aber irgendjemand dort hat es auf mich abgesehen: Das Formular gibt es seit 2005, und bisher sah es nie zwei Jahre lang gleich aus. Auch dieses Mal ist so ziemlich keine Zeilennummer gleich geblieben. Natürlich sind manche Änderungen notwendig, weil es neue Vorschriften gibt. Dieses Mal zum Beispiel bei der Abschreibung. Hier wurde die frühere Grenze von 410 Euro für geringwertige Wirtschaftsgüter auf 150 Euro gesenkt, für Anschaffungen von 150,01 Euro bis 1.000 Euro wurde eine Poolbildung neu erfunden: Alles zusammenrechnen und über fünf Jahre linear abschreiben. Nur Anschaffungen von über 1.000 Euro werden noch nach Tabelle abgeschrieben. Damit hätte jedenfalls eine neue Zeile ihre Daseinsberechtigung.
Was mich viel mehr irritiert: Es gibt keine Zeile 27, keine Zeile 28 und keine Zeile 29. Sind das die versteckten Konten für Bakschisch?
4 Kommentare zu “Anlage EÜR 2008: Tücken und Lücken”
Eine Antwort schreiben
Hallo,
die Zeilen 27-29 verstecken sich hinter den Zeilen 56-59…
Gruß,
Andreas
Tatsache. Jetzt hab ichs kapiert
Ist das die unbekannte vierte Seite der Anlage N? Die der Geheimdienst zurückhält?
Grüße
Maike
Ganz genau. Aber nicht zu laut schreien, sonst wird sie nächstes Jahr auch noch bedruckt.
Aber die Lücken in den Zeilennummern haben tatsächlich auch einen Vorteil: Man kann auf Seite 1 der Anlage EÜR zusätzliche Zeilen einfügen, ohne die nachfolgenden Seiten zu ändern. Insofern hat das doch etwas Gutes.
Dann können wir ja mal spekulieren, was da als Nächstes auf uns zukommt und welche Pläne noch in Berliner Schubladen rumliegen…