Degressive Abschreibung reloaded

Die Bundesregierung hat einen Schutzschirm aufgespannt, um die Konjunktur anzukurbeln. Teil dieses Schirms ist die degressive Abschreibung. Sie wurde eigentlich abgeschafft: Für Wirtschaftsgüter, die 2008 gekauft wurden, gibt es sie nicht. Für Wirtschaftsgüter, die 2009 und 2010 angeschafft werden, wurde sie vorübergehend wieder eingeführt.

Prinzipiell ist die Wiedereinführung begrüßenswert. Leider macht uns die Regierung die Sache aber nicht ganz so einfach.

Weil es wahrscheinlich zu peinlich wäre, einfach die alte Regelung wieder auferstehen zu lassen, beträgt die degressive AfA für 2009 und 2010 gekaufte Wirtschaftsgüter das 2,5-fache der linearen AfA, maximal aber 25% (statt, wie früher, 30%). Außerdem wurde uns ja 2008 der Sammelposten beschert, in den selbstständig nutzbare Wirtschaftsgüter kommen, die zwischen 150,01 und 1.000 Euro gekostet haben. Sie werden über fünf Jahre linear abgeschrieben. Das bleibt auch weiterhin so.

Ein Kopiergerät für 699 Euro zum Beispiel landet im Sammelposten und wird fünf Jahre linear mit jeweils 20% abgeschrieben. Dabei wäre die degressive Abschreibung viel günstiger: Nutzungsdauer laut Tabelle 7 Jahre, also lineare AfA = 14,29%, davon das 2,5-fache, aber maximal 25% – ergo 25% degressive AfA für unser neues Kopiergerät. Aber das ist nur ein Traum.

Er braucht einen neuen Betriebs-Pkw, der wahrscheinlich mehr kosten wird als 1.000 Euro. Wenn er ihn erst 2009 kauft, kann er ihn degressiv abschreiben. Das bedeutet: Jährliche AfA von 25% (degressiv) statt 16,67% (linear).

Vordergrund: Lauter kleine GWG, die sofort abgeschrieben werden müssen.
Falls die Sonnenbrille zwischen 150,01 und 1.000 Euro gekostet hat, kommt sie in den Sammelposten und wird über fünf Jahre linear abgeschrieben. Grund: Sie ist ein selbstständig nutzbares Wirtschaftsgut.

(Bilder: © Warner Bros.)

3 Kommentare zu “Degressive Abschreibung reloaded”

  1. Christian Dülpers 11 November 2008 at 17:31 #

    Und ich will einen Avatar!

  2. Maike Backhaus 11 November 2008 at 18:35 #

    Wenn der Christian einen Avatar kriegt, will ich auch einen! Ich will einen Nachtelf-Irokesen.

  3. [...] Inzwischen machen wir es ein bisschen komplizierter. Alles bis 150 Euro schreiben wir sofort ab. Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten zwischen 150,01 Euro und 1.000 Euro liegen, packen wir in einen Sammelposten (euphemistisch Pool genannt, das verbreitet Urlaubsstimmung) und schreiben sie über fünf Jahre ab. Immer schön 20 % pro Jahr. Und weils so lustig ist (Poolparty?), machen wir für jedes Jahr einen neuen Pool auf. [...]


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