ESM Rettungsschirm: Schnell und einfach erklärt

Auf diese leicht verständliche Erklärung eines doch recht komplexen Themas wies mich ein Kollege hin:

> Erklärung auf goldseiten.de

Und hier noch ein (ernsterer) Tipp aus unserem Hause:

Schutz vor Inflation und Euro-Crash

Umsatzsteuer international, oder: The grass is (not) always greener on the other side

Was haben wir uns nicht schon aufgeregt über die zum Teil wirklich unverständlichen deutschen Umsatzsteuer-Regelungen bei Lebensmitteln: 7% oder 19%, Süßkartoffel oder Sieglinde, zum Mitnehmen oder zum Hier-essen. Inzwischen sind wir ja bei “Im Stehen oder im Sitzen” angekommen.

Anderswo scheint es aber auch nicht besser zu sein, denn eben lese ich folgende Überschrift, hinter der sich ebenfalls ein Umsatzsteuer-Thema verbirgt:

Großbritannien will Haushaltslöcher nicht mit Back-Spezialitäten stopfen (Pressemitteilung von AFP, 29.5.2012)

Die britische Regierung hatte die Idee geäußert, Cornish Pasties* und andere Snacks wie zum Beispiel eingebackene Würstchen oder Pasteten mit einer Umsatzsteuer in Höhe von 20% zu belegen. Zurzeit beträgt die Umsatzsteuer für diese Produkte 0%. Warum das Ganze? Natürlich, um Haushaltslöcher zu stopfen.

Die Bevölkerung und die Cornish Pasty Association waren verständlicherweise not amused. Die Regierung gab schließlich nach, und dachte sich folgende Regelung aus:

Zunächst einmal wurde festgelegt, was “warme” Snacks sind. Nur diese fallen künftig unter die Mehrwertbesteuerung.

Dadurch kommt man zu der simplen (?) Regel:

  • Für Snacks, die nach der Zubereitung abkühlen, fällt auch in Zukunft keine Mehrwertsteuer an.
  • Für Speisen hingegen, die in einer beheizten Auslage warm gehalten werden, muss Mehrwertsteuer gezahlt werden.

Nach den Erfahrungen der letzten Jahre mit der deutschen Umsatzsteuer auf Lebensmittel wittere ich natürlich gleich Klagemöglichkeiten:

Was ist, wenn die beheizte Auslage kaputt ist, und die die Pasties doch abkühlen? Oder die Auslage ist voll, und der Nachschub steht auf dem Tisch und kühlt ab (und wird später in der Auslage wieder warm)? Was passiert bei Außentemperaturen von 30 Grad – gilt das Brötchen vom Bäcker dann als warm, und es entsteht Mehrwertsteuerpflicht?

* Cornish Pasties = mit Fleisch und Gemüse gefüllte Teigtaschen; Spezialität aus Cornwall.

Ferienhäuser und das Finanzamt

Ein eigenes Ferienhaus, das wäre schön – am Meer vielleicht, das würde mir gefallen. Im Herbst mache ich dort zwei oder drei Wochen Urlaub, und den Rest der Zeit vermiete ich es.

Wenn nur das Finanzamt nicht wäre, das ja irgendwie immer und überall mitreden will… Kaum habe ich ein gemischt genutztes Feriendomizil, bombardiert es mich mit Wort-Ungetümen wie “Totalüberschussprognose” und “Leerstandzeiten”. Und der BFH ist auch nicht viel besser…

Zum Glück gibt es das FG Niedersachsen, das einen realistischen Blick auf die Situation wirft. Um zu lesen, worum es genau ging, klicken Sie bitte hier.

Vielleicht wird es ja doch nochmal was mit meinem Ferienhaus – niedersächsische Richter wären dort willkommen!

Wählen Sie die kundenfreundlichsten Finanzämter Deutschlands!

Zu gewinnen gibt es natürlich auch etwas: Unter allen Teilnehmern werden ein iPad 3 sowie zehn 5-Jahres Abonnements der Steuer-Spar-Erklärung verlost.

Wählen Sie die kundenfreundlichsten Finanzämter Deutschlands!

Ab sofort können Sie auf www.steuertipps.de/finanzamt die kundenfreundlichsten Finanzämter Deutschlands wählen. Dafür müssen nur drei kurze Fragen zur Freundlichkeit der Finanzamtsmitarbeiter, zur Geschwindigkeit der Bearbeitung der Steuererklärung sowie zur Erreichbarkeit bei Fragen beantwortet werden.

Die Wahl endet am 31.8.2012, danach wird pro Finanzamt zu jedem der drei Themenbereiche der Durchschnitt aller eingegangenen Bewertungen ermittelt. Die Finanzämter mit den besten Werten werden zu Deutschlands kundenfreundlichsten Finanzämtern gekürt.

Mitmachen, denn jede Stimme zählt!

Volljährige Kinder: ab 2012 wird’s kompliziert

Wer Kinder hat, macht sich – unabhängig von deren Alter – alle möglichen Gedanken und Sorgen. Da wäre es ja schön, wenn wenigstens das Kindergeld unproblematisch jeden Monat auf dem Konto landen würde… Solange die Kinder minderjährig sind, sollte das auch kein Problem sein. Aber sobald Ihre Kinder volljährig sind, müssen Sie genau aufpassen.

Zwar ist seit 2012 die lästige Prüfung der Einkommensgrenze bei volljährigen Kindern weggefallen – unkomlizierter wird das Prozedere dadurch aber nicht. (Hatten Sie auch nicht anders erwartet, oder?)

Viele Eltern ahnen noch gar nicht, was auf sie zukommt. Denn es kann passieren, dass sich von 2011 auf 2012 nichts an Ihren Verhältnissen ändert, aber trotzdem das Kindergeld wegen der Neuregelung entfällt!

Einen Überblick dazu finden Sie hier. Und wer es genauer wissen will – oder muss -, dem empfehle ich den PDF-Download zum Kindergeld für volljährige Kinder. Auf 95 DIN A4-Seiten hat die Redaktion alles zusammengefasst, was Eltern volljähriger Kinder jetzt beachten müssen!

Durchs Hintertürchen: Pflicht zur elektronischen Abgabe der Steuererklärung

Vor dem Finanzamt sollte jeder Steuerbürger gleich sein. Was die Abgabe einer Steuererklärung angeht, gibt es aber doch Unterschiede:

  • Einige Steuerpflichtige sind per Gesetz verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Bei Arbeitnehmern ist das z.B. der Fall, wenn sie einen Freibetrag haben eintragen lassen oder wenn einer der Ehepartner die Steuerklasse V oder VI hat.
  • Andere müssen keine abgeben, dürfen das aber freiwillig tun.
  • Bei Einkünften aus Kapitalvermögen können Sie wegen der Kirchensteuer zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sein – trotz Abgeltungsteuer.
  • Stirbt ein Steuerbürger, sind die Erben für dessen steuerliche Pflichten verantwortlich, auch für die Abgabe einer Steuererklärung für den Verstorbenen.
  • Und manche werden vom Finanzamt aufgefordert, eine abzugeben.

Ob Sie die Steuererklärung per Hand ausfüllen oder eine Steuererklärungs-Software benutzen, spielt normalerweise keine Rolle – aber es gibt Ausnahmen, wie Sie hier lesen können:

Durchs Hintertürchen: Pflicht zur elektronischen Abgabe der Steuererklärung

Eigene technische Geräte am Arbeitsplatz nutzen?

Kürzlich las ich in einer Zeitung, dass immer mehr Arbeitnehmer lieber ihr eigenes technisches Equipment nutzen als das des Arbeitgebers. Denn der eigene Laptop und das eigene Smartphone sind neuer, schneller, stärker und manchmal auch vertrauter.

Das sieht natürlich nicht jeder Arbeitgeber gern – man denke nur an die datenschutzrechtlichen Risiken, die hier lauern. Aber vielleicht lässt sich ja ein Kompromiss finden: Der Arbeitgeber schafft fürs Büro ein Gerät an, der Arbeitnehmer hat dabei ein Mitspracherecht und darf das Gerät auch privat nutzen.

Diese Idee scheitert zurzeit noch oft daran, dass die Arbeitnehmer in solchen Fällen für die private Nutzung einen geldwerten Vorteil versteuern müssen. Vielleicht gehört dieses Problem aber bald der Vergangenheit an, denn die Bundesregierung plant eine Gesetzesänderung, nach der Arbeitgeber Smartphones, Tablets und auch Software steuerfrei überlassen dürfen. Das wäre wirklich mal eine gute Idee.

Frühjahrsputz mit Unterstützung des Finanzamts

Letzte Woche hatte ich Besuch von meiner Vermieterin. Irgendwann fragte sie, ob denn vielleicht unsere Fensterrahmen mal wieder gestrichen werden müssten? Ob mir da was aufgefallen sei?

Unvorsichtigerweise öffnete sie ein Fenster und sah vor allem den Dreck, der sich im Winter am Fensterrahmen angesammelt hatte… Ups. Ich beeilte mich, zu sagen, dass ich ja demnächst auf jeden Fall Frühjahrsputz mache und dann würde ich darauf achten und ihr Bescheid geben.

Später habe ich dann überlegt, ob ich die wunderbar riesigen Altbau-Fenster wirklich selber putzen möchte, oder ob ich mir nicht doch einen Fensterputzer leiste. Schließlich zahlt ja der Staat einen Teil davon…

Wenn auch Sie den Frühjahrsputz noch vor sich haben und überlegen, wie sie diesen etwas einfacher gestalten können, sollten Sie unbedingt diesen Beitrag auf steuertipps.de lesen!

Na also, geht doch…!

Ich hatte ja schon gar nicht mehr damit gerechnet: Das eigentlich schon beerdigte Steuervereinfachungsgesetz wurde nach langem Hin und Her aber tatsächlich doch noch umgesetzt. Spontan musste ich da an das Motto denken „Tot Gesagte leben länger“.

Und, wer hätte es gedacht, es gibt sogar wirklich eine Vereinfachung, und diese gefällt mir besonders gut: Die Einkommensgrenze für volljährige Kinder entfällt ab 2012.

Juchhu!!!

Warum Juchhu? Darum:
Volljährige Kinder, die zum Beispiel neben dem Studium jobben, mussten bisher ganz genau rechnen: Ein Euro zu viel verdient und schon war das Kindergeld futsch. Das sorgte natürlich immer wieder für Streit mit Finanzamt und Familienkassen. Teilweise ging es bis vor das Bundesverfassungsgericht. Es ist also eigentlich nicht nur eine Vereinfachung, sondern geradezu eine Erleichterung, dass die Einkommensgrenze und die komplizierte Berechnung der Einkünfte und Bezüge ab 2012 wegfallen.

Sie als Eltern können sich ab sofort die Überwachung des Einkommens Ihrer volljährigen Kinder sparen!

Deshalb: Juchhu!!!

Das heißt aber nicht, dass es in Zukunft keine Probleme mehr geben wird. Denn es bleibt dabei: Kindergeld gibt es nur dann, wenn ein bestimmter Berücksichtigungsgrund vorliegt, also sich das Kind zum Beispiel in Ausbildung befindet. Bei der Ausbildung ist dabei entscheidend, dass es sich um die erste Berufsausbildung handelt; dann spielt es wirklich keine Rolle mehr, wie viel das Kind verdient.

Ist die erste Berufsausbildung aber abgeschlossen und absolviert das Kind eine weitere Berufsausbildung, wird genauer hingeschaut: Das Kind darf dann nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten.

Klingt theoretisch einfach – wie immer. Ich befürchte allerdings, dass auch die neue Regelung in der Praxis für Streit sorgen wird. Abgebrochene Ausbildung, Wechsel des Studiengangs, Referendariate, mehrere Studiengänge nebeneinander, Arbeitzeiten von mehr als 20 Stunden in den Ferien – um nur einige mögliche Konfliktpunkte zu nennen

Aber ich will mal optimistisch bleiben. Denn das BMF hat schnell reagiert und mit seinem Schreiben vom 7. Dezember 2011 bereits einige Frage klären können – und das sogar noch vor Inkrafttreten der neuen Regelung. Ich staune! Wer hätte das gedacht (siehe schon oben)?

Ich schlage mal vor, in einem Jahr treffen wir uns zu diesem Thema hier wieder und schauen dann mal, wie es so gelaufen ist. Erfahrungsberichte, egal ob positiv oder negativ, sind natürlich auch schon während des Jahres herzlich willkommen!

Werbungskosten fürs Studium geltend machen: Das müssen Sie wissen

Endlich können auch die Kosten für eine Erstausbildung oder ein Erststudium direkt nach dem Schulabschluss steuerlich als Werbungskosten geltend gemacht werden. Worauf Studenten und Eltern dabei achten müssen, erfahren Sie bei uns!

Wer ist überhaupt betroffen?

Das Urteil ist eine gute Nachricht vor allem für die etwa 2 Millionen Studenten, die zurzeit an den Hochschulen und Universitäten eingeschrieben sind.

Auszubildende in einem Lehrverhältnis mit Ausbildungsvergütung profitieren nicht von den Urteilen. Wer bei einem staatlichen Lehrbetrieb lernt (sich also nicht in einem Angestelltenverhältnis befindet), darf sich dagegen über die Entscheidungen des BFH freuen.

Ganz wichtig: Steuererklärung abgeben!

Jeder, der von der Änderung betroffen ist, sollte auf jeden Fall eine Steuererklärung abgeben. Das geht rückwirkend für die letzten vier Jahre.

In Einzelfällen können noch Steuererklärungen der letzten sieben Jahre beeinflusst werden. Voraussetzung ist, dass der Student eine Steuererklärung eingereicht hat und der Steuerbescheid dazu noch offen ist. Dann können nachträglich Werbungskosten geltend gemacht werden.

Wichtig: In der Steuererklärung muss angekreuzt werden, dass für die Werbungskosten ein Verlustvortrag beantragt wird.

Welche Kosten werden anerkannt?

Welche Belege müssen die Betroffenen jetzt sammeln, um ihre Werbungskosten nachzuweisen? Anerkannt werden müssen uE auf jeden Fall

  • Studiengebühren
  • Prüfungsgebühren
  • Kurskosten
  • Kosten für Fachliteratur und Arbeitsmaterialien
  • Aufwendungen für Computer, Drucker usw.
  • Kosten für das Binden der Abschlussarbeit
  • Aufwendungen für die Fahrten von der Wohnung zum Ausbildungsort

Ob auch die Mietkosten für die Wohnung am Studienort anerkannt werden, ist noch nicht sicher.

Können Eltern die Kosten geltend machen?

Oft sind es die Eltern, die das Studium oder die Ausbildung ihrer Kinder finanzieren. Dürfen sie jetzt die Kosten dafür in ihrer Steuererklärung geltend machen? – Leider nein. Ihre Aufwendungen sind mit dem Kindergeld und den Freibeträgen für Kinder abgegolten.

Der Staat kann noch querschießen

Der BFH hat in seinen Urteilen klar Position bezogen gegen die Argumentation des Gesetzgebers. Im Bundesfinanzministerium war man von den Entscheidungen überrascht – mit diesem Ausgang hatte man dort nicht gerechnet. Der Gesetzgeber kann jetzt entweder das Gesetz ändern (und dabei den Werbungskostenabzug deutlich ausschließen), oder es gibt einen Nichtanwendungserlass. Der bewirkt, dass die Urteile nur für die entschiedenen Einzelfälle angewendet werden. Niemand anderes darf sich dann darauf berufen und von den Entscheidungen profitieren.