Strittig: Wann fließt der geldwerte Vorteil aus einem Job-Ticket zu?

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Der BFH hat zu prüfen, ob der Vorteil aus einer Jahresfahrkarte im Rahmen eines Job-Tickets dem Arbeitnehmer in einem Gesamtbetrag oder monatlich zufließt. Davon hängt es ab, ob die monatliche Freigrenze von 44,00 € anwendbar ist.

Ein größeres Unternehmen zahlte pro Mitarbeiter und Monat einen Betrag von 5,92 € an den Verkehrsverbund für die vergünstigte Überlassung von Job-Tickets. Die Arbeitnehmer erhielten Jahresfahrkarten, konnten jedoch monatlich kündigen. Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer zahlten jeweils monatliche Teilbeträge.

Das Unternehmen war der Auffassung, für den Vorteil aus dem Job-Ticket könne die monatliche Freigrenze für Sachbezüge in Höhe von 44,00 € genutzt werden, da der Vorteil monatlich zufloss und der Betrag von 44,00 € monatlich nicht überschritten wurde. Es behielt daher keine Lohnsteuer auf die an den Verkehrsverbund gezahlten Zuschüsse ein.

Der Lohnsteuerprüfer und später auch das Finanzgericht sahen es jedoch zum Nachteil des Unternehmens anders (FG Rheinland-Pfalz vom 30.8.2011, 3 K 2579/09, EFG 2012 S. 180). Ihrer Meinung nach floss den Arbeitnehmern der gesamte geldwerte Vorteil in einem Betrag mit Aushändigung der Jahresfahrkarte zu. Ausschlaggebend für die Berechnung der Freigrenze sei der Betrag, der der Arbeitgeber an die Verkehrsbetriebe für die Gültigkeitsdauer von einem Jahr als Zuschuss zahle (5,92 € × 12 = 71,04 €). Nach dieser Sichtweise aber war die monatliche Freigrenze von 44,00 € gleich im ersten Monat überschritten worden. Und weil es sich um eine Freigrenze handelt, sollte der Arbeitgeber nicht nur auf den übersteigenden Betrag, sondern auf den Gesamtbetrag von 71,04 € je Mitarbeiter und Jahr Lohnsteuer nachzahlen.

In der Fachliteratur ist die Frage des Zuflusszeitpunkts strittig. Nach anderer Auffassung kann der Vorteil für die Monate Februar bis Dezember nicht bereits im Januar zufließen (L.Schmidt, 30.Auflage, Rz. 30 zu § 8 EStG). Das Gericht hat deshalb die Revision zugelassen. Arbeitgeber können im Falle eines Streits mit dem Finanzamt unter Hinweis auf das anhängige Verfahren ihren Bescheid offenhalten (Az. des BFH: VI R 56/11).

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